Telekom-Chef »Im IoT können wir gewinnen!«

Gebt und Spektrum
»Gebt uns Spektrum, wir brauchen Spektrum!«, forderte Timotheus Höttges, auf der Internet-Konferenz DLD 2018 in München.

Europa müsse sich auf das IoT konzentrieren – das Rennen um das Verbraucher-Geschäft mit Online-Plattformen sei sowieso verloren.

Zu amerikanischen und chinesischen Firmen aufzuholen, könnte laut Timotheus Höttges, CEO der Telekom, nicht mehr gelingen. Stattdessen müssten sich die Europäer auf das sogenannte Internet der Dinge mit seinen vernetzten Geräten konzentrieren, sagte Höttges am Sonntag auf der Internet-Konferenz DLD in München. Er forderte eine gelockerte Regulierung der Telekommunikations-Branche, um Investitionen in die Infrastruktur zu begünstigen.

»Ja, wir haben diese B2C-Plattformen für immer verloren, das ist meine Überzeugung«, sagte Höttges ohne Umschweife. »Aber im Internet der Dinge, im Geschäft zwischen Unternehmen – hier liegt die Stärke Europas, hier haben wir etwas zu gewinnen.« Er habe es satt, dass europäische Politiker und zum Teil auch Unternehmen »Meister im Beobachten« seien. Es sei an der Zeit, endlich zu handeln. Den Telekom-Unternehmen müsste mehr Frequenz-Spektrum für neuen Service freigemacht werden: »Gebt uns Spektrum, wir brauchen Spektrum!«

Zugleich bekräftigte Höttges die seit Jahren vorgebrachte Forderung nach weniger Einschränkungen für die Telekommunikations-Industrie. »Die Deutsche Telekom wird seit 20 Jahren reguliert – und jetzt beschweren sich die Leute, dass wir nicht genug in die Infrastruktur investierten«, kritisierte Höttges. Der ursprüngliche Plan, dass auch andere Marktteilnehmer investieren würden, sei nicht aufgegangen. Solange es für sie günstiger sei, auf die Infrastruktur der Telekom zurückzugreifen als eigene Netze aufzubauen, investierten sie nicht.

Große europäische Telekommunikations-Unternehmen beschweren sich seit Jahren, dass sie durch Regulierung schlechter gestellt sind als neue Player der Internet-Branche.