EEBUS für das IoT »Es ist Zeit zu handeln»

Präsentierten und diskutierten ihre neuen, EEBUS-kompatiblen Produkte und die Fortentwicklung des Standards (v.l.n.r): Steffen Hornung von der Theben AG, Alexander Dauensteiner von der Vaillant Group, Peter Kellendonk, 1. Vorsitzender der EEBUS-Initiative, Gerhard Paris von Audi, Jörg Jungbauer von TQ Systems und Ulrich Reiner von der Hager Group.

Wir müssen jetzt aktiv sein, damit wir die künftige Entwicklung des IoT in unserem Sinne mitbestimmen«, appelliert Josef Baumeister, bei BSH (ehemals Bosch Siemens Hausgeräte) für Smart-Home- und Smart-Appliances-Standardisierung zuständig, an die Elektronik-Branche.

Baumeister, in Personalunion Geschäftsführer der EEBUS Initiative e.V., erklärt auf dem EEBUS-Expertentag am 23. Januar 2019 bei TQ Systems am Wörthsee: »Das IoT kommt schneller, als viele denken. Natürlich verkauft BSH im Moment noch keine großen Stückzahlen EEBUS-fähiger Haushaltsgeräte. Als Hersteller gilt für uns aber: Wenn wir jetzt nicht handeln, ist der Zug in fünf Jahren abgefahren.«

Mittlerweile über 70 Firmen vom Mittelständler bis zu Weltmarktführern sowie große Branchenverbände sind bereits Mitglieder der EEBUS-Initiative, die sich der Entwicklung und Implementation einer neuen „Weltsprache der Energie“ in Produkte und Systeme verschrieben hat. Baumeister weiter: »Wir müssen jetzt aktiv sein, damit wir die künftige Entwicklung des IoT in unserem Sinne mitbestimmen. Das bedeutet: Eine diskriminierungsfreie, Anwendungs- und Hersteller-offene Kommunikationsplattform für das künftige Internet of Things zu schaffen, die die Herausforderungen künftiger IoT-, Smart-Grid- und Smart-Home-Architekturen proaktiv vorwegnimmt.«

Gerhard Paris, bei Audi Entwicklungsmanager für Smart Charging, hat einen Audi-e-tron-SUV und ein „intelligent“ kommunizierendes Ladesystem an den Wörthsee mitgebracht, die bereits Teil des EEBUS-Ökosystems sind. Fahrleistungen alleine werden für den künftigen Erfolg von Elektromobilität nicht ausreichen, weiß Paris, denn die Energieverteilnetze sind auf das vielfache Abrufen größter Leistungen, etwa durch Elektroautos beim Stromtanken, nicht vorbereitet. »Um die Netzstabilität künftig zu gewährleisten, bedarf es eines intelligenten Energiemanagements, das beispielsweise Batteriespeichersysteme als Puffer instrumentalisiert, um die Netzfrequenz zu stabilisieren und Netzüberlastungen zu verhindern«, so Paris.

Das mobile Ladesystem „connect“ von Audi verfügt über intelligente Ladefunktionen zur Eigenstromoptimierung von Solaranlagen-Besitzern, sofern das heimische Energiemanagementsystem (HEMS) mitspielt. Die „Sprache“, in der dies geschieht, ist der EEBUS-Standard, der Ressourcen und Protokollebenen für die Kommunikation von Energieverbrauchern, -produzenten und -managern zur Verfügung stellt.

Alexander Dauensteiner von der Vaillant Group glaubt, dass Innovationskraft im Kerngeschäft alleine künftig nicht ausreicht, um erfolgreich zu sein. Der Senior Association Manager der Vaillant Group erklärt: »Das IoT ist auch im Energiebereich die Zukunft und es wird disruptiv sein.« Das deshalb, weil Sektoren wie Mobilität und Gebäudeheizung zusammenwachsen und auch Vaillant-Geräte damit zurechtkommen müssen, simultan Teil eines lokalen, regionalen und häuslichen Energiesystems, aber auch eines Smart-Home-Systems zu sein. »Die Lebenswelten und Technologien verschmelzen«, so Dauensteiner. »Die EEBUS-Kommunikation ist die Basis für die Interoperabilität zwischen Vaillant-Heizungssystemen und Smart-Home-Systemen«, erklärt er.