Kommentar Die Chancen des Smart Home

Heinz Arnold, Chefredakteur Markt&Technik
Heinz Arnold, Chefredakteur Markt&Technik

2,4 Mrd. Dollar - auf diesen Betrag schätzen die Marktforscher von Strategy Analytics den Umsatz mit Smart-Home-Systemen in Deutschland im Jahr 2017. Wer diese Zahl liest, dürfte erst einmal etwas erstaunt sein, denn im Moment befindet sich das Smart Home zwar im Zentrum vieler Diskussionen - aber auf breiter Front durchgesetzt hat es sich doch noch nicht.

Woher soll also das Wachstum kommen? Die heißen Diskussionen rund um die Energiewende lenken den Blick auf das Energiemanagement. Wenn in den Haushalten intelligente Zähler säßen, dann hätten die Anwender die Möglichkeit, ihre Geräte gezielt einzustellen, wenn der Preis des Stroms günstig ist. Zeit- und lastvariable Tarife sollen ja irgendwann Einzug halten und dann könnte es sich durchaus lohnen, die Stromfresser im Haushalt entsprechend zu steuern. Zumal es ja so aussieht, als ob die Strompreise nicht gerade sinken werden. Außerdem ließe sich auch die selber erzeugte Energie - etwa aus Photovoltaikanlagen - in das System einbinden. Wer schon einmal so weit ist, der könnte sein Haus dann auch auf weiteren Feldern intelligent machen. Könnte also das Energiemanagement der Startpunkt für das Smart Home sein?

Im Moment sieht es ehr nicht so aus. Das Sicherheitsprofil für die intelligenten Zähler, an dem das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik arbeitet, steht noch nicht fest. Die abschließende Version soll zwar schon bald veröffentlicht werden, aber dann müssen die Zähler entsprechend zertifiziert werden. Bis die flächendeckende Installation erfolgt, werden weitere Jahre ins Land ziehen.

Die Frage ist aber vor allem: Begeistern die Möglichkeit die potenziellen Nutzer so sehr, dass sie in intelligente Zähler investieren wollen? Hier dürften Zweifel angebracht sein. Denn die Einsparmöglichkeiten in Euros gerechnet sind - heute - eher gering und der Spaßfaktor ist wohl vernachlässigbar. Er ist aber wichtig, wie etwa ein Blick auf die Smartphones zeigt. Für sie geben die Verbraucher durchaus gerne ihr Geld aus.

Genau hier liegt aber die Chance für das Smart Home. Denn wenn die Anwender ihr Haus über Smartphones und Tablets steuern könnten, wenn sie je nach Wusch und Bedürfnis Sicherheits- und Überwachungsfunktionen, die Steuerung von Licht, von Jalousien, der Heizung und der Klimaanlage als Apps auf ihr Handy laden könnten, dann stünde ein einfacher Weg für die Hausautomatisierung offen. Energiemanagement wäre dann nur eine App unter vielen. Das wäre für die Anwender nicht nur praktisch, auch der Spaßfaktor könnte so Einzug halten.

Es ist sicherlich kein Zufall, dass gerade Telekommunikationsunternehmen dabei sind, solche offenen Systeme einzuführen. Auf diese Entwicklung haben auch die Marktforscher von Strategic Analytics geblickt, als sie ihre Prognose für das Wachstum des Smart-Home-Sektors erstellten. Der Smart-Home-Markt bietet also viele Chancen auf den unterschiedlichsten Ebenen. Es kommt darauf an, jetzt einzusteigen.

Ihr Heinz Arnold


P.S.: Wer sich einen Überblick darüber verschaffen will, was sich im Smart-Home-Sektor gerade tut, angefangen von den elektronischen Komponenten, über die Subsysteme bis zu Gateways und Software, der ist am 16. und 17. Oktober 2012 in Ludwigsburg auf dem 2. Energie & Technik Smart Home & Metering Summit genau richtig. Die Besucher erfahren hier, welche technischen Entwicklungen die Hersteller von Hard- und Software vorantreiben und was gerade auf dem Gebiet der Regulierungen und Standardisierungen geschieht. Mehr Informationen erhalten Sie unter: www.smart-home-summit.de