Yole prognostiziert 4 Mrd. Euro Umsatz Datenzentren geben Silicon Photonics kräftig Schub

Der Umsatz mit Transceivern auf Basis der Silicon-Photonics-Technik wächst schnell.
Der Umsatz mit Transceivern auf Basis der Silicon-Photonics-Technik wächst schnell.

Silicon Photonics wächst rasant: Yole prognostiziert Milliarden-Umsätze für 2025.

Im Moment befindet der sich Markt noch ganz am Anfang der Entwicklung, 2016 erzielten die Hersteller mit Silicon-Photonics-Produkten gerade einmal einen Umsatz von 30 Mio. Dollar. Doch in sieben Jahren soll der Umsatz auf dem Transceiver-Ebene auf 4 Mrd. Dollar hochschnellen, auf der Chipebene würden immerhin noch 560 Mio. Dollar erreicht.

Jetzt hat der Markt einen entscheidenden Wendepunkt erreicht: Transceiver auf Basis der Silicon- Photonics-Technik werden bereits in Stückzahlen geliefert.

Die meisten dieser Komponenten wandern in die Kommunikation innerhalb von Datenzentren.  Besonders starker Bedarf kommt aus dem Sektor 400G. Laut den Analysten von Yole Dévelopement dürfte es sich bei 200G nur um einen relativ kurzfristigen Übergang auf dem Weg zu 400G handeln. »Der nächste Schritt besteht darin, einen optischen Port auf den Markt zu bringen, der 400 Gb/s über eine Länge von 500 m überträgt und nicht mehr als 1 Dollar kostet«, sagt Dr. Eric Mounier, Senior Technology & Market Analyst at Yole. Datenraten im Bereich von Tb/s werden folgen. Diese ICs werden auf SOI-Wafern gefertigt. Weil die Preise für diese Wafer-Typen hoch liegen, werden sie in Dollar gemessen einen durchaus erheblichen Anteil ausmachen.

Die Marktstudie »Silicon Photonics« hat Dr. Eric Mounier zusammen mit Jean-Louis Malinge, dem früheren CEO von Kotura, jetzt bei ARCH Venture Partners, erstellt. Sie gibt Auskunft über die aktuelle Situation der Silicon-Photonics-Industrie, das Wettbewerbsumfeld sowie die Roadmap, über die technischen Trends, Marktzahlen und die Lieferkette.  Außerdem stellt die Studie die künftigen Anforderungen dar, die die Datenzentren stellen und wirft einen Blick auf weitere Anwendungen, die sich in weiteren Marksektoren auftun.

Am Wendepunkt

»Wir stehen erst am Anfang der Entwicklung hin zu immer höheren Integration«, erklärt Dr. Mounir. »Dass nun auch Foundries wie TSMC und Globalfoundries mit Silicon-Photonics-Firmen wie Luxtera und Ayar Labs zusammen arbeiten, ist ein weiteres positives Zeichen für die Entwicklung der neuen Technik.«

Derzeit arbeiten die Hersteller an »Zero Change«-Prozesse. Damit ist gemeint, optische Komponenten fertigten zu können, ohne an den bestehenden CMOS-Prozessen etwas ändern zu müssen. Die so gefertigten optischen Schnittstellen zwischen Chips könnten künftig in hohen Stückzahlen nachgefragt werden. Laut Yole befindet sich die Silicon-Photonics-Industrie auf einem vergleichbaren Entwicklungsniveau wie die IC-Industrie in den 80er Jahren. Es bleiben also noch einige technische Hürden zu nehmen, die Yole in der Silicon-Photonics-Roadmap der Studie näher beschreibt.