Kein DSGVO-Risiko für Mitarbeiter! Continental verbietet Social-Media-Apps

Elmar Degenhart, Vorstandschef von Continental: »Wir halten es nicht für akzeptabel, die Erfüllung von Gesetzen zum Datenschutz einseitig auf die Nutzer zu übertragen.«
Elmar Degenhart, Vorstandschef von Continental: »Wir halten es nicht für akzeptabel, die Erfüllung von Gesetzen zum Datenschutz einseitig auf die Nutzer zu übertragen.«

Continental verbannt wegen der DSGVO WhatsApp und Snapchat von Dienst-Handys. Die Verantwortung auf die Nutzer abzuschieben, sei nicht akzeptabel.

Damit WhatsApp und Snapchat funktionieren, laden Nutzer ihre Adressbücher hoch. Die Dienste greifen also auf persönliche und damit potenziell vertrauliche Daten zu – beispielsweise Adressbucheinträge. Dabei gehe es um Daten unbeteiligter Dritter.
Nach der Datenschutz-Grundverordnung bräuchte man dafür aber die Zustimmung jeder einzelnen Person, also jeden Mitarbeiters, der dann bei Verstößen haftet: Es drohen hohe Geldstrafen.

»Wir halten es nicht für akzeptabel, die Erfüllung von Gesetzen zum Datenschutz einseitig auf die Nutzer zu übertragen«, sagte Conti-Vorstandschef Elmar Degenhart.  Conti setze auf sichere Alternativen. Im Fall von WhatsApp und Snapchat kann laut Continental der Zugriff auf das Adressbuch nicht eingeschränkt werden – die entsprechenden Datenschutzrisiken wolle das Unternehmen nicht tragen. Auch sollten Beschäftigte und Geschäftspartner geschützt werden.

Deshalb untersagt der Autozulieferer Continental seinen Mitarbeitern wegen Datenschutz-Bedenken ab sofort den Einsatz von Social-Media-Apps auf Dienst-Handys. Dies gelte im weltweiten Unternehmensnetzwerk und betreffe mehr als 36.000 Mobiltelefone, teilte Continental am Dienstag in Hannover mit.