Samsung verschiebt Start Auffalt-Smartphones machen Probleme

Eine vollkommen neue Kategorie mobiler Geräte wollte Samsung mit dem Galaxy Fold auf den Markt bringen. Wegen technischer Probleme mit dem Bildschirm muss Samsung den vorgesehenen Starttermin verschieben.
Eine vollkommen neue Kategorie mobiler Geräte wollte Samsung mit dem Galaxy Fold auf den Markt bringen. Wegen technischer Probleme mit dem Bildschirm muss Samsung den vorgesehenen Starttermin verschieben.

Defekte Testgeräte: Samsung bringt das 2000 Euro teure Galaxy Fold vorerst nicht in den Handel.

Ein Smartphone, dessen Display sich auf die Größe eines kleinen Tablets auffalten lässt – Samsung wollte als erster ein solches Gerät mit Falt-Display auf den Markt bringen. Huawei hatte im Februar einen eigenen Typ angekündigt.

Für Samsung ist die kurzfristige Verschiebung des Starttermins ein herber Rückschlag. Denn der Smartphone-Marktführer wollte mit dem Galaxy Fold seine Innovationskraft unter Beweis stellen. Zudem sehen die Prognosen für dieses Jahr nicht gut aus: Das Unternehmen hatte Anfang des Monats vor einem Rückgang des operativen Gewinns um 60 Prozent im ersten Quartal gewarnt, vor allem wegen der sinkenden Nachfrage im Bereich der Speicher-ICs und der Displays.  

Wenige Tage vor dem geplanten Termin hat Samsung nun den Start auf unbestimmte Zeit verschoben. Statt die Innovationskraft zu unterstreichen, weckt die Situation Erinnerungen an das Debakel mit dem Smartphone Galaxy Note 7, das Samsung im Herbst 2016 nach wenigen Wochen auf den Markt wegen Akku-Bränden zurückrufen musste. Ursache war damals auch die schnelle Markteinführung gewesen.

Das Galaxy Fold lässt sich wie ein Buch aufklappen, dann kann man den Falt-Bildschirm mit einer Diagonale von 7,3 Zoll nutzen. In geschlossenem Zustand steht dem Anwender ein relativ kleines Display auf einer der Außenseiten mit einer Diagonale von 4,6 Zoll zur Verfügung. Samsung arbeitete gemeinsam mit Google daran, dass Apps beim Aufklappen des Geräts nahtlos weitergenutzt werden können.

Die Display-Probleme hatten einige Journalisten bemerkt, an die Samsung Testgeräte des Modells Galaxy Fold verteilt hatte. Flimmern und andere Störungen seien schon nach zwei Tagen Nutzung aufgetreten. Der Schutz der Bildschirme solle nun verbessert werden, erklärte Samsung in einer kurzen Pressemitteilung. Ein neuer Starttermin solle in den kommenden Wochen mitgeteilt werden. Ursprünglich sollte das Gerät am 26. April in den USA und am 3. Mai in Europa auf den Markt kommen.

Galaxy Fold sollte das erste Gerät auf dem Markt werden, bei dem sich der Bildschirm auf die Größe eines kleinen Tablet-Computers auffalten lässt. Konkurrent Huawei kündigte den Start seines Auffalt-Smartphones Mate X für den Sommer an. Es soll mit 2300 Euro noch etwas teurer werden. Das Unternehmen verfolgt ein anderes Konzept: Beim Mate X bleibt der Falt-Bildschirm auf der Außenseite und nach dem Zusammenklappen wird eine Hälfte davon als Smartphone genutzt.

»Erste Ergebnisse aus den Auswertungen der gemeldeten Display-Probleme zeigen, dass die Ursache am Scharnier liegen kann«, so Samsung in der Pressemitteilung. Das Faltgelenk in der Mitte des Bildschirms hatten Marktbeobachter schon vorher als eine potenzielle Schwachstelle betrachtet, sowohl Samsung als auch Huawei versicherten aber, die Mechanik sei robust.

»Es gab auch einen Fall, in dem Stoffe, die sich im Inneren des Geräts befanden, die Display-Leistung beeinträchtigten. Wir werden Maßnahmen ergreifen, um den Schutz und die Stabilität des Displays zu verstärken«, teilte Samsung weiter mit.

Einige Reporter beschädigten zudem ihre Fold-Geräte, weil sie versehentlich eine Schutzschicht abzogen, die wie die übliche durchsichtige Folie auf Bildschirmen neuer Geräte aussah – aber Bestandteil des Displays war. Samsung erklärte bereits, es werde dazu eine klar sichtbare Warnung für Verbraucher geben. Die Falt-Displays haben bisher eine Oberfläche aus Plastik statt Spezial-Glas wie bei herkömmlichen Smartphones. Deshalb wird befürchtet, dass sie anfälliger für Kratzer sein könnten. Biegsames Glas für Smartphone-Bildschirme ist erst in der Entwicklung.