Chinas Abschwächung unterschätzt Apple verfehlt Umsatzprognose für das Weihnachtsquartal

Das vergangene Weihnachtsgeschäft ist für Apple deutlich schlechter gelaufen als erwartet, vor allem wegen China, wo die iPhone-Verkäufe – hier die Typen ein iPhone XR und ein iPhone XS Max – schlecht liefen.
Das vergangene Weihnachtsgeschäft ist für Apple deutlich schlechter gelaufen als erwartet, vor allem wegen China, wo die iPhone-Verkäufe – hier die Typen iPhone XR und iPhone XS Max – schlecht liefen.

Schwächere iPhone-Verkäufe in China haben Apple das Weihnachtsgeschäft verhagelt. Statt 89 bis 93 Mrd. Dollar scheinen nun 84 Mrd. Dollar Jahresumsatz realistisch.

Die Abwärtskorrektur der ursprünglichen Prognose gehe vor allem auf die schwächeren iPhone-Verkäufe in China zurück, sagte CEO Tim Cook. Apple habe die allgemeine wirtschaftliche Abschwächung in dem Land und ihre Folgen unterschätzt. Zu diesem Abschwung habe auch der Handelskonflikt zwischen den USA und China beigetragen.

Aber auch in einigen entwickelten Märkten seien nicht so viele Nutzer auf neue iPhones umgestiegen wie gedacht, räumte Apple ein – ohne die Länder zu nennen. Das Weihnachtsquartal ist traditionell das wichtigste für Apple. Der Konzern stellte in diesen drei Monaten mehrfach Rekorde bei Umsatz und Gewinn auf. Im Jahr 2017 hatte der Quartalsumsatz 88,3 Mrd. Dollar erreicht, der Gewinn 20 Mrd. Dollar. In China machte Apple damals rund ein Fünftel seines Geschäfts.

Die Apple-Aktie verlor im nachbörslichen Handel nach der Senkung der Prognose mehr als 7 Prozent. Auch die Papiere asiatischer Zulieferer wurden am Donnerstag in Mitleidenschaft gezogen. Ausführlichere Zahlen zu dem Weihnachtsquartal will Apple am 29. Januar veröffentlichen.

Analyst Walt Piecyk von der Finanzfirma BTIG schätzt, dass Apple im Weihnachtsquartal rund 64 Mio. iPhones verkaufen konnte. Das wären 18 Prozent weniger als vor einem Jahr. Für das laufende Quartal rechnet Piecyk mit 42,5 Mio. abgesetzten iPhones – ein Rückgang von 19 Prozent.

iPhone-Anteil 60 Prozent

Das iPhone ist das wichtigste Apple-Produkt und brachte zuletzt rund 60 Prozent der gesamten Erlöse ein. Im vergangenen Weihnachtsgeschäft mehrten sich bereits Alarmsignale. Mehrere Medien berichteten, Apple habe die Produktionsaufträge an die iPhone-Fertiger gesenkt. Zugleich hatte Apple im vergangenen Jahr noch einmal teurere neue Modelle seines Smartphones herausgebracht. Das günstigste neue Telefon war das iPhone XR, das in Europa ab 849 Euro zu haben ist.

Der Konzern hatte bereits angekündigt, vom Weihnachtsquartal an keine Stückzahlen verkaufter Geräte mehr zu veröffentlichen – was von einigen Marktbeobachtern als Zeichen für eine Abschwächung beim iPhone-Absatz gewertet wurde. Allerdings war es Apple in der Vergangenheit immer wieder gelungen, Skeptiker zu widerlegen.

Produktionsengpässe und sinkende Subventionen

Cook verwies jetzt auch darauf, dass Mobilfunk-Anbieter die Subventionen für neue Smartphones heruntergefahren hätten – und sich Verbraucher daran anpassten und seltener die Geräte auswechselten als zuvor. Zudem hätten einige Kunden die Lebenszeit ihrer iPhones mit den günstigeren Angeboten zum Batterieaustausch verlängert. Apple hatte den Preis für den Akku-Wechsel zeitweise stark gesenkt, nachdem bekanntwurde, dass der Konzern die Leistung älterer Geräte mit erschöpften Batterien zum Teil drosselte.

Zugleich seien die Verkäufe mehrerer anderer neuer Produkte wie des iPad Pro, der aktuellen Apple Watch und des Laptops MacBook Air durch Produktionsengpässe gebremst worden, erklärte Cook.