Hays sucht aktuell 500 Ingenieure »Zeitarbeiter verdienen nicht schlechter als Festangestellte«

Personaldienstleister suchen verstärkt nach Ingenieuren, denn ihre Kunden sehen die Zeitarbeit als willkommenes Mittel, um Engpässe zu überbrücken und ihre Belegschaft zu flexibilisieren. Für so machen Zeitarbeiter kann sich dadurch ein Türchen zum Traum-Arbeitgeber öffnen, das sonst verschlossen bliebe. Mobilität ist für Bewerber allerdings Pflicht.

Der Anteil an Leih-Ingenieuren in Deutschland wächst. Denn mit dem Einsatz von Zeitarbeitern schlagen Unternehmen zwei Fliegen mit einer Klappe: sie überbrücken Ressourcen-Engpässe und Auftragsspitzen, bleiben aber flexibel, weil sie sich nicht fest an den Ingenieur binden müssen. In konjunkturellen Abschwüngen macht sich diese »flexible workforce« positiv für das Unternehmen bemerkbar: von Zeitarbeitnehmern kann man sich schnell und unbürokratisch trennen.  

Die Zeitarbeitsbranche ist sich sicher, dass die Flexibilisierung der Arbeitswelt weiter zunehmen wird. Frank Schabel vom Personaldienstleister Hays AG: »Künftig wird es in Unternehmen einen kleineren, gleichwohl  stabilen Kern an fest angestellten Mitarbeitern geben, um die sich ein Ring von temporär beschäftigten, hochqualifizierten Spezialisten gruppiert und einen letzten, eher  konjunkturellen Ring von temporär Beschäftigten mit geringerer Qualifikation, um konjunkturelle Aufschwünge abzufedern.«

Machen Leihingenieure gute Arbeit, haben sie nach zwei bis drei Jahren auf dem Arbeitsmarkt auch gute Chancen auf Festanstellung. »Wenn sie die gewünschten Kompetenzen mitbringen, stehen viele Türen offen. Bei uns ist das allerdings eher selten der Fall, die meisten unserer Mitarbeiter finden den ständigen Wechsel zwischen neuen Aufgaben und Unternehmen gut«, so Schabel.  Auch seien, anders als oft kolportiert, die Jobs für Hochqualifizierte in der Zeitarbeit sicher. In der Krise habe man sogar weiter eingestellt, Entlassungen habe es keine gegeben. »Wir haben profitiert vom allgemeinen Trend zur Flexibilisierung und hatten und haben mehr Kundenanfragen als Ingenieure«, so Schabel.  Und die Bezahlung? »In der Zeitarbeit arbeitende Ingenieure werden nicht schlechter bezahlt als fest angestellte Ingenieure«, versichert Frank Schabel.

Dafür sammele man in relativ kurzer Zeit vielfältige Berufserfahrungen in meist renommierten Unternehmen, was die eigenen Kompetenzen erweitere und  für die weitere Berufslaufbahn und die eigene »Employability« sehr hilfreich sei.  »Zeitarbeiter zu sein, deutet von hoher Flexibilität«, erklärt Schabel. Und Flexibilität werde für Unternehmen in Zukunft ein immer wichtigerer Faktor werden.  

In der Regel arbeiten Jungingenieure mit zwei bis drei Jahren Berufserfahrung für Dienstleister wie Hays, manchmal kommen sie auch direkt von der Hochschule. Mobilität ist Pflicht für Zeitarbeitsingenieure, denn die Kunden sitzen sowohl in Deutschland als auch im Ausland. »Wer möchte, dem steht eine internationale Karriere offen«, betont Schabel, »denn der Ingenieurmangel ist kein deutsches, sondern ein internationales Problem.«

Hays hat mittlerweile über 1.000 Spezialisten bei Kunden im Einsatz.  Weitere 500 Ingenieure werden gesucht, vor allem Elektroingenieure mit Schwerpunkt Nachrichtentechnik, Elektrische Energietechnik und Mechatronik, für Einsatzgebiete in Elektronik, Automotive,  für hardwarenahe Softwareentwicklung und Embedded Systems.