Der Arbeitsmarkt für Elektroingenieure Wo noch eingestellt wird

Die Nachfrage nach Ingenieuren flaut in vielen Bereichen deutlich ab, in der Halbleiterindustrie ist sie nahezu zum Erliegen gekommen. Auch in anderen Bereichen sind die Anforderungen der Arbeitgeber aktuell sehr hoch, gesucht wird der perfekte Kandidat.

Die Halbleiterbranche tritt in Sachen Personal kollektiv auf die Bremse, da sind sich die von Markt&Technik für karriere-ing.de befragten Personalberater einig. Bei den großen Playern herrscht Einstellungsstopp oder zumindest ein »äußerst verhaltenes Einstellungsverhalten«, wie der Münchner Personalberater Florian Roth von Adrian&Roth erklärt.  Nicht ganz so schlecht sieht es seiner Meinung nach für Wechselwillige bei klein- und mittelständischen Unternehmen aus, „Hier werden durchaus Positionen neu besetzt oder sogar neue Positionen geschaffen“ so Roth. Seine Beratung hat derzeit offene Positionen für Ingenieure, u.a. in den Bereichen ASIC/FPGA Design, RF Systems Engineering, Power Management IC Design, Mixed Signal IC Design und Softwareentwicklung zu besetzen. Letzteres hält Roth auch langfristig nicht in der Krise, genauso wie Analog- Design und RF-Kommunikationstechnik sowie  Mixed Signal IC- und Schaltungsdesign. „Es ist wieder mal die Zeit, in der fast alle Unternehmen äußerst großen Wert auf Berufserfahrung legen«, beobachtet er, und „generell fallen die Gehaltserhöhungen bei einem Wechsel eher moderater aus als noch vor wenigen Jahren.“

Udo Wirth von der Personalberatung Wirth und Partner sieht ebenfalls in „so ziemlich allen Bereichen der  High-Tech-Industrie ein zurückgehendes Recruiting-Verhalten“. Vor allem im mittleren und oberen Führungskräftebereich sei dies deutlich spürbar. «Nach wie vor stark gesucht wird im Vertrieb, vor allem mit internationalem Bezug. Auch Positionen, in denen ein spezifisches, zum Beispiel fachliches Know-how gefordert wird, wie zum Beispiel in der Optoelektronik, sind weiter sehr gefragt. Allerdings: „Die Wunschprofile der Unternehmen und das am Arbeitsmarkt vorhandene Angebot klaffen oft weit auseinander«, sagt er, auch Flexibilität und Mobilität seien bei Kandidaten schlecht ausgeprägt. „Die Risikobereitschaft ist gering, das Anspruchsdenken zu hoch« fasst er zusammen.

Marlen Erber-Ludwig von Erber-Ludwig&Partner registriert „in allen Segmenten eine eher verhaltene Nachfrage, was sicher auch mit den aktuellen Prognosen für den Automotive- und Industriesektor zusammenhängt.“  Aber auch sie hat noch offene Positionen: im Vertrieb und vertriebsnahen Bereichen wie etwa Sales Director, Field Sales oder Field Application. „Die Suchen gestalten sich nach wie vor schwierig, weil auch die Wechselbereitschaft bei den potentiellen Kandidaten nicht sehr hoch ist«, sagt sie. Insgesamt aber hält sie die Chancen für gut ausgebildete Ingenieure, „speziell in den Boomregionen im Süden Deutschlands“, für weiterhin gut. Allerdings sieht sie die Gehälter unter Druck: „Sie steigen momentan nicht mehr stark  - bei einem Wechsel ist eine Erhöhung von ca. 10 Prozent aber kein Problem“.