Münzfernsprecher Wo die Telefonzelle überlebt hat

Münzfernsprecher - eine rasant aussterbende Einrichtung.
Ob dieser auf einer kroatischen Insel erspähte Münzfernsprecher überhaupt noch funktioniert, wurde von der Redaktion nicht getestet.

Die Zahl der Münzfernsprecher in Deutschland sinkt rasant, meldet die Nachrichtenagentur dpa. Wenig überraschend. Erstaunlich ist eher, wie viele Telefonzellen die Telekom immer noch betreibt.

Die Telekom betreibt bundesweit immer noch 17 000 öffentliche Telefonstationen, wie sie auf dpa-Anfrage mitteilt. Das sind rund 5000 weniger als Ende 2017. Nach Zahlen der Bundesnetzagentur hat die Telekom zuletzt pro Jahr zwischen 2000 und 5000 Telefonzellen abgebaut. Noch 1992 hatte es nach Telekom-Angaben rund 120 000 Münzfernsprecher in Deutschland gegeben.

Der Münchner Telekom-Sprecher Markus Jodl begründet den Abbau der Telefonhäuschen mit der geringen Nachfrage: «Die Kunden sind die Architekten des Telefonhäuschen-Netzes. Die Kunden entscheiden durch ihr Nutzungsverhalten, ob ein öffentliches Telefon benötigt wird. Wird nicht telefoniert, wird das Telefon abgebaut. Alles andere wäre eine Verschwendung von Ressourcen.» Viele hätten inzwischen ein Handy. Gut frequentiert seien öffentliche Fernsprecher hingegen in Bahnhöfen und Flughäfen. Dort liege derzeit der Schwerpunkt der Telefonzellen-Nutzung.

Betroffen vom Abbau der Münzfernsprecher sind nach dpa-Recherchen zumeist ländliche Ortschaften, in denen der Betrieb der Telefonzellen sich für die Telekom nach eigenen Angaben nicht mehr lohnt, wie etwa im oberbayerischen Neumarkt-Sankt Veit oder im schwäbischen Thannhausen. Offizielle Zahlen für Bayern gibt es allerdings nicht. Nach Experten-Schätzungen dürften aber im Freistaat noch 2000 bis 3000 öffentliche Fernsprecher stehen.