Weiterbildung Wird die KI künftig zum Lehrmeister?

Expertenwissen auf den Gebieten Big Data und Künstliche Intelligenz wird für Audi immer wichtiger. Aus diesem Grund hat das Unternehmen jetzt unter dem Motto »data.camp« eine Weiterbildungskampagne ins Leben gerufen.

Weiterbildungs-Bafög, KI-basierte Lernsysteme: Experten der Acatech, Jacobs Foundation und der Hans-Böckler-Stiftung haben Handlungsempfehlungen für lebenslanges Lernen vorgelegt. Gemeinsam sprechen sie sich für die Einrichtung eines Nationalen Kompetenz-Monitorings aus.

Am 19. September 2018 wurde das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) vorgelegte »Qualifizierungschancengesetz« im Kabinett verabschiedet. Das Gesetz soll Beschäftigten einen besseren und flexibleren Zugang zu Weiterbildungsförderung und -beratung ermöglichen.
Dieter Spath, Präsident der Acatech, beschreibt die Marschrichtung so: »Lange Zeit sah die Normalberufslaufbahn so aus: Nachdem man im Betrieb seine Ausbildung abgeschlossen hatte, blieb man dort bis zur Verrentung – formale Weiterqualifizierung spielte noch keine große Rolle. Heute aber ändern sich die Arbeitswelten immer schneller. Lebenslanges Lernen wird unabdingbar. Beschäftigte eignen sich ständig neue Kompetenzen an – Unternehmen müssen ständig neue Kompetenzen aufbauen, um am Markt mithalten zu können.«
In einem heute veröffentlichten Papier richten sich die Empfehlungen der Experten zunächst an die Wirtschaft: Unternehmen sollten das Thema Lebenslanges Lernen tiefer in ihrer Strategie verankern. Das erfordere sowohl Wertschätzung durch die Unternehmensleitungen als auch die Gestaltung lernförderlicher Arbeitsbedingungen sowie die Einrichtung von Experimentierzonen.
Für die Politik sehen die Autoren in dem Papier folgende Handlungsoptionen (Zitate):

  • Nationales Kompetenz-Monitoring: Ein regelmäßiges Nationales Kompetenz-Monitoring soll Erkenntnisse darüber bringen, welche Kompetenzen zur Sicherung der Innovationsfähigkeit Deutschlands gebraucht werden.
  • Hochschulen als Weiterbildungsanbieter: Die staatlichen Hochschulen sollten in ihrer sogenannten dritten Mission gestärkt werden, um qualitativ hochwertige Angebote für Lebenslanges Lernen entwickeln und ausbauen zu können. Die Angebote sollten dabei nicht nur auf Akademiker abzielen.
  • Weiterbildungs-Bafög: Ein Bafög für die Weiterbildung könnte insbesondere für Beschäftigte, die nur über ein geringes Einkommen verfügen und deren Tätigkeiten mit einem hohen Risiko des Jobverlusts verbunden sind, von großem Interesse sein. Über einen Ideenwettbewerb unter den 13 großen Studienförderwerken in Deutschland ließe sich ein tragfähiges Konzept entwickeln.
  • Förderprogramme erweitern: Förderprogramme im Bereich Forschung und Innovation (FuI) sollten gezielt um Verwertungsaspekte für die Qualifizierung erweitert werden. Das heißt, bereits in den Ausschreibungen sollten von den förderwilligen Unternehmen Qualifizierungskonzepte eingefordert werden, die von einem Teil der Fördersumme entsprechend finanziert werden.
  • Wissensweitergabe fördern: Um die systematische Wissensweitergabe von Führungskräften an andere Unternehmensmitglieder zu sichern, richten größere Unternehmen heute Akademien ein. Für Klein- und Mittelständler gestaltet sich die Ausgründung eigener Akademien dagegen bislang schwierig. Eine staatliche Fördermaßnahme sollte ihnen einen stärkeren Impuls geben, hier entsprechende Konzepte auszuarbeiten und umzusetzen.
  • Steuerliche Förderung Lebenslangen Lernens: Bildungsgutscheine sollten steuerlich gefördert oder gar steuerbefreit werden – und zwar anders als bislang auch dann, wenn das entsprechende Bildungsangebot nicht „nur im überwiegenden betrieblichen Interesse des Arbeitgebers“ liegt.
  • Nationales Weiterbildungs-Monitoring: Um den Erfolg der politischen und privaten Bemühungen im Bereich Lebenslanges Lernen zukünftig besser bewerten und Maßnahmen effektiv nachsteuern zu können, empfiehlt der Arbeitskreis ein wissenschaftlich gestütztes und gemeinsam mit den Sozialpartnern konzipiertes Monitoring.
  • Potenziale intelligenter Lernsysteme heben: Der Einsatz intelligenter Lernsysteme, die den Prozess der Personalisierung von Wissensvermittlung unterstützen, sollte verstärkt werden. Gerade die Künstliche Intelligenz eröffnet hier neue Perspektiven.