Bundeswehr testet Smartphone-App Wie PEPP-PTE gegen Corona helfen soll

Corona Virus im Inneren des Körpers - Wuhan Virus

Die Corona-Warn-App PEPP-PTE wird gerade von Soldaten getestet, ist aber noch nicht zum Download verfügbar. Sowohl die Bundesregierung als auch der Bitkom gehören zu den Befürwortern. Die App soll dabei helfen, die Verbreitung von COVID-19 zu stoppen.

Das internationale Team von PEPP-PT aus 130 Wissenschaftlern, Technikern und Experten  arbeitet in mehr als sieben europäischen Ländern an PEPP-PT. Laut dem beteiligten Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts werden keine persönlichen Daten, kein Standort und keine MAC-Adresse des Nutzers gespeichert oder übertragen.  

PEPP-PT (Pan European Privacy Protecting Proximity Tracing) wurde laut Fraunhofer so konzipiert, dass es als Kontaktverfolgungsfunktion in nationale Corona-Handy-Apps eingebunden und in die Prozesse der nationalen Gesundheitsdienste integriert werden kann.  

Hat man die App installiert, sendet das Smartphone regelmäßig per Bluetooth eine ID, quasi wie ein kleiner mobiler Leuchtturm. Gleichzeitig lauscht die App auf die ID-Signale der anderen Nutzer, die sich in der Nähe befinden. Befinden sich zwei Anwender in der Reichweite des anderen, tauschen sie ihre IDs aus und speichern sie verschlüsselt lokal ab. Damit unterscheiden sie sich fundamental von den asiatischen Pranger-Apps, die gleichzeitig auch die GPS-Signale aufzeichnen und das gesamte Datenpaket an staatliche Stellen melden.

Bei einer Annäherung an eine infizierte Person schlägt die App nur nachträglich Alarm. Der Anwender wird nur über die Tatsache informiert, dass es sich in der Nähe eines infizierten Menschen befunden hat. Man erfährt dabei nicht, wer die infizierte Person war oder wo man sich begegnet ist.

Bürger sollen die App freiwillig installieren. Dann würden sie ohne Preisgabe von Namen oder Standortdaten anonymisiert gewarnt, wenn sie Kontakt mit einem bestätigten Infizierten hatten. 
 
In der Berliner Julius-Leber-Kaserne beteiligen sich am Mittwoch nach Angaben der Bundeswehr etwa 50 Soldaten an einem Test für eine Anwendung des Fraunhofer-Instituts zur Nachverfolgung möglicher Corona-Infektionen. Unter anderem geht es darum, die nur in begrenzter Menge vorhandenen Corona-Tests zielgerichtet einsetzen zu können.

Das Kanzleramt hält die Corona-Tracking-App für vielversprechend

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte, die Nachverfolgung von Kontaktpersonen von Corona-Infizierten sei «digital einfacher als wenn jemand im Gesundheitsamt anfängt zu telefonieren». Außerdem könne ein Infizierter ja nicht wissen, wie jemand zu kontaktieren sei, der neben ihm im Bus gesessen habe, so Regierungssprecherin Ulrike Demmer.

Bitkom-Präsident Achim Berg teilte seine Bereitschaft mit, die Warn-App installieren zu wollen: 

„Digitale Technologien können entscheidend dazu beitragen, die Corona-Pandemie zu verlangsamen, einzudämmen und zu besiegen. Es geht darum, dem Virus die Chance zu nehmen, sich weiter auszubreiten. Deshalb müssen wir genau nachverfolgen können, ob es zu kritischen Kontakten gekommen ist. 

Das ermöglicht, Menschen darüber zu informieren, wenn sie Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatten – auch dann, wenn dieser noch keine Symptome zeigte, aber bereits infektiös war. Sobald ein solcher Kontakt festgestellt wird, können die Betroffenen benachrichtigt werden, um sich testen zu lassen, sich umgehend vorsorglich in Quarantäne zu begeben und jegliche Kontakte zu unterbinden. Genau das ist jetzt nötig, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, und das kann auch vollständig unter Wahrung der Privatsphäre geschehen.”