Markt&Technik Roundtable Wie flexibel kann die Arbeitswelt in der Industrie werden?

New Work in der Industrie 4.0 – der Status Quo ist eher ernüchternd

Es sei viel Semi-Konsequenz vorhanden, hat Meyer-Mölleringhof beobachtet. »Unternehmen investieren in Räume, Tools zur Kommunikation, alles Mögliche. Aber wenn man nachbohrt, hat sich meist nicht viel verändert, nur die Oberfläche.«

Beispiel Arbeit und Kreativität: »Wenn ich nicht permanent am Computer tippe, wird mir unterstellt, ich mache nichts. Wenn ich mal fünf Minuten aus dem Fenster gucke, fragt man sich schon, was ich eigentlich den ganzen Tag mache.« Fortschrittlich könnte es sein, die Anwesenheitspflicht ganz abzuschaffen, um Kreativität zu fördern.

»Aber bitte ohne zu ideologisieren, das driftet schnell in einen Hype ab, der der Vernunft übergeordnet wird. Beispiel Agilität: Macht einfach nicht überall Sinn, widerspricht manchmal gar der Vernunft.« Das gleiche Spiel sei es mit „Innovation“: Es gebe viele Innovationsprogramme, viele Innovation-Hubs, Unternehmen schmückten sich gerne mit Startups. »Und wenn man dann dahinter guckt, ist das in vielen Fällen nur bessere PR«, so Meyer-Mölleringhof.

»Digitalisierung ist sicher ein Treiber für New Work, weil heute viele Dinge technisch möglich werden, die vorher nicht möglich waren. Der damit einhergehende Kultur- und Führungswandel in Unternehmen ist aber als Herausforderung mindestens genauso groß. Wenn nicht noch größer.«