Daten des Statistischen Bundesamtes Weniger Männer fangen ein Ingenieurstudium an

MINT-Studienanfängerinnen nach Studienbereich im ersten Fachsemester: links im Jahr 2008, rechts 2018.
Kein Rückgang bei Frauen: MINT-Studienanfängerinnen nach Studienbereich im ersten Fachsemester: links im Jahr 2008, rechts 2018.

Mit einem neuen Datentool bietet der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen »Komm, mach MINT« Daten zu MINT-Fächergruppen. Seit 2016 geht die Zahl der männlichen MINT-Studienanfänger zurück, besonders in Ingenieurwissenschaften.

Das neue Datentool des Nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen „Komm, mach MINT.“ soll die Entwicklungen in den MINT-Fächergruppen darstellen. Die Zahlen beziehen sich jeweils auf ein Studien- bzw. Prüfungsjahr und basieren auf Daten des Statistischen Bundesamtes, die „Komm, mach MINT.“ für die MINT-Fachbereiche ausgewertet hat.

Im Studienjahr 2018 waren geschlechterübergreifend über 1 Million Studierende in einem MINT-Studiengang eingeschrieben. Damit beträgt ihr Anteil an allen Studierenden rund 40 Prozent. Davon sind 338.132 (31 %) Frauen und 756.412 (69 %) Männer. Im Vergleich zu 2008 (203.400) ist mit einem Plus von 66 Prozent die Zahl der Frauen, die ein MINT-Fach studieren, besonders stark angestiegen.

Im 1. Fachsemester bewegt sich die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger mit insgesamt 349.480 zwar weiterhin auf einem hohen Niveau bewegt, ist seit dem Höchststand 2016 (350.868 Studierende im 1. FS) aber leicht rückläufig. Dieser Rückgang ist ausschließlich auf den Rückgang an männlichen Studienanfängern im MINT-Bereich zurückzuführen: 2018 starteten 4.853 Männer weniger ein MINT-Studium als noch 2016. Ein Großteil dieses Rückgangs ist in der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften zu verzeichnen.

Hingegen ist der Frauenanteil in den MINT-Studiengängen im 1. FS im letzten Jahrzehnt kontinuierlich gestiegen, von knapp 60.000 Studienanfängerinnen im Studienjahr 2008 auf 117.000 in 2018. Damit sind über 33 Prozent aller MINT-Erstsemester im 1. FS weiblich. Die Studienanfängerinnenzahlen stiegen  in den Studiengängen Elektrotechnik/Informationstechnik in 2018 auf knapp 17 %, in Informatik auf knapp 25 % und Maschinenbau/Verfahrenstechnik auf 23,3 %.

Bei den MINT-Absolventinnen und -Absolventen liegt der Frauenanteil bei 31 Prozent. In Elektrotechnik/Informationstechnik stieg die Zahl der Absolventinnen von 8,9 % in 2008 (889 Absolventinnen) auf 12,1 % in 2018 (1.822 Absolventinnen). In der Informatik von 15,1 % (3.799 Absolventinnen) auf 19,8 % (5.367 Absolventinnen).

Damit sind die Abbruchraten in den MINT-Studiengängen nach wie vor hoch.