IW/VDI: Rückgang von 21.600 auf 18.700 nicht besetzbare Stellen Weniger Ingenieurmangel in Elektrotechnik

Im September konnten in der Energie- und Elektrotechnik laut aktuellem VDI-/IW-Ingenieurmonitor 18.700 Stellen nicht besetzt werden. Das ist ein Rückgang gegenüber der letzten Messung um 2900 nicht besetzbare Stellen. Im Juli betrug die "Elektro-Ingenieurslücke" nämlich noch 21.600.

Dennoch geben nicht nur der VDI und das IW Köln, sondern laut VDI auch die Bundesagentur für Arbeit an, dass der Ingenieurberuf insbesondere in den Bereichen Maschinen- und Fahrzeugbau sowie Energie- und Elektrotechnik „ein Mangelberuf“ sei.

Erfreulich sei jedoch, dass „unsere stetigen Bemühungen, immer mehr junge Menschen für ein Studium der Ingenieurwissenschaften zu begeistern, Früchte tragen“, sagt Dr.-Ing. Willi Fuchs, Direktor des VDI. Seit 2002 sei die Zahl der Erstabsolventen in Ingenieurswissenschaften von 33.000 auf fast 57.000 im Jahr 2011 (man beachte dazu den doppelten Abiturjahrgang in Bayern, Anm. d. Red.) gestiegen, dies entspreche einem Gesamtzuwachs von 71 Prozent.
Doch der VDI sieht den Bedarf bereits aktuell höher als das Angebot. Die Steigerung werde nicht ausreichen, um den demografisch bedingten Ersatzbedarf und den wirtschaftlich bedingten Zusatzbedarf in den kommenden 10  bis 20 Jahren zu decken.

Denn Deutschland sei Schlusslicht bei der Ingenieurdemografie. In keinem anderen Land Europas seien so viele ältere Ingenieure am Arbeitsmarkt aktiv wie hierzulande. Mit 21 Prozent komme mehr als jeder fünfte erwerbstätige Ingenieur aus dem Alterssegment 55+. Im europäischen Durchschnitt liege dieser Anteil bei unter 15 Prozent. Und kein anderes Land weise einen geringeren Anteil jüngerer Ingenieure auf als Deutschland. Während im europäischen Durchschnitt 35 Prozent aller aktiven Ingenieure jünger als 35 seien, liege der entsprechende Wert für Deutschland bei lediglich 18 Prozent.

Noch nicht ausgeschöpftes Potenzial sieht der VDI gerade beim weiblichen Nachwuchs. Während der Anteil erwerbstätiger Ingenieurinnen insgesamt nur 16,9 Prozent betrage, zeichne sich beim weiblichen Nachwuchs mit 22,4 Prozent Erstabsolventinnen in 2011 ein „ermunterndes Bild“ ab.

Im Zuge des neuen Ingenieurmonitors hat der VDI auch sein Statistikportal monitorING auf www.vdi.de/monitoring verbessert. Das neue Portal bietet eine benutzerfreundliche Darstellung von Daten des Statistischen Bundesamtes und des Mikrozensus für die Bereiche Arbeitsmarkt, Hochschule und Schule sowohl regional als auch bundesweit an. Die Daten lassen sich nun individuell nach Geschlecht, Alter, Region oder Branchen selektieren.