50.000 Euro Einstiegsgehalt für Entwickler Was Ingenieure in der Automobilindustrie verdienen

Heike Friedrichsen verantwortet den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei PersonalMarkt und ist Autorin mehrerer Gehalts- und Verhandlungsratgeber.
Heike Friedrichsen verantwortet den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei PersonalMarkt und ist Autorin mehrerer Gehalts- und Verhandlungsratgeber.

Deutsche Autobauer haben letztes Jahr verdient wie nie zu vor. Die Gehälter liegen rund acht Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Heike Friedrichsen von der Vergütungsberatung PersonalMarkt hat genauere Zahlen.

Frau Friedrichsen, was verdienen Ingenieure in der Automobilindustrie?

Heike Friedrichsen: Wer zum Beispiel als Entwicklungsingenieur anfängt, bekommt im Schnitt ein Jahresgehalt von rund 50.000 Euro. Studenten der Ingenieurwissenschaften können mit einem Jahresgehalt von rund 46.000 Euro rechnen. (gut 3000 Euro mehr als der Durchschnitt, Anm. der Red.) Die Ingenieureinstiegsgehälter sind in den letzten fünf Jahren um rund elf Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Einsteiger mit wirtschaftswissenschaftlichem Hintergrund bekommen ein durchschnittliches Jahresgehalt von 43.100 Euro. Profitieren können vor allem Ingenieure mit Diplom. Bachelor- und Masterabsolventen steigen mit etwas weniger ein. Am unteren Ende der Gehaltsskala liegen Verkäufer und Controller.

Sie sagen, Diplomingenieure liegen beim Einstiegsgehalt vorn?

Ja, sie starten aktuell mit 47.500 Euro, dicht gefolgt von Masterabsolventen mit 46.000 Euro Einstiegsgehalt. Der Diplom-Abschluss ist nach wie vor sehr angesehen, was sich in den Gehältern widerspiegelt.  Es gibt immer noch Diplomstudiengänge in Deutschland. Und nicht wenige Stimmen, die sich für den Erhalt dieses Abschlusses aussprechen, trotz Bologna.
Leicht abgeschlagen liegen Fachhochschulabsolventen mit 44.500 Euro und Bachelorabsolventen mit rund 44.000 Euro Jahresgehalt. Eine Promotion kostet zwar Lebenszeit und Nerven, bringt aber mit 58.600 Euro Jahresgehalt noch einmal einen deutlichen Gehaltsvorteil.  Trainees in der Automobilindustrie bekommen im Vergleich zu Direkteinsteigern etwas weniger Geld: 44.100 Euro statt 45.900 Euro. Dafür haben sie in der Regel aber auch mehr Freiheiten und lernen verschiedene Abteilungen kennen.

Und wer sind die Gewinner?

Mit höheren Gehältern können Berufsanfänger im Bereich Forschung und Entwicklung rechnen. Entwicklungsingenieure starten mit 47.400 Euro Jahresgehalt, Produktionsingenieure sogar mit knapp 48.000 Euro. Konstruktionsingenieure kommen auf 45.200 Euro, Vertriebsingenieure auf 46.100 Euro. Zum Vergleich: Controllingpositionen in der Automobilindustrie werden mit knapp 42.000 Euro vergütet. Das Einstiegsgehalt sollte aber nicht überbewertet werden, es dient als Ausgangspunkt für die weitere Gehaltsentwicklung und kann bei entsprechender Leistung mit guten Argumenten oder einem geschickten Jobwechsel nach oben korrigiert werden.

Wie sieht es bei "normalen" Fachkräften aus?

Die Gehälter von Bandarbeitern, Verkäufern und KFZ-Mechatronikern fallen nicht ganz so üppig aus.  Berufseinsteiger im Vertriebsinnendienst kommen im Schnitt auf 33.900 Euro Jahresgehalt, Techniker in der Serienproduktion auf 36.900 Euro und KFZ-Mechatroniker auf 23.200 Euro jährlich. Grundsätzlich zahlen Konzerne mehr als mittelständische Unternehmen. In westlichen Bundesländern gibt es mehr Geld als im Osten, in Großstädten mehr als auf dem Land.

Was bringt Personalverantwortung?

Wer eine leitende Position übernimmt, kann sein Gehalt noch einmal deutlich nach oben schrauben. Betriebs- oder Werksleiter mit Personalverantwortung verdienen in der Automobilbranche im Schnitt zwischen 76.500 Euro und 117.000 Euro Jahresgehalt - je nach Unternehmensgröße. Wer im oberen Management arbeitet, hat noch einmal deutlich mehr auf dem Konto: Die Vergütung von Geschäftsführerpositionen liegt je nach Größe des Unternehmens zwischen 113.500 Euro und 234.000 Euro. Spitzenverdiener erzielen mehr als 300.000 Euro Jahresgehalt. Darin enthalten ist meist ein relativ hoher Anteil an variablen Bezügen.