Welche beruflichen Möglichkeiten haben promovierte Elektroingenieure? Was der Dr.-Ing. wirklich bringt

Dr.-Ing. Michael Schanz, Experte für Arbeitsmarkt und Beruf beim VDE: "Am Beispiel einer Befragung  von Ingenieuren, die in den Jahren 2008-2010 promoviert wurden, haben diese ihre berufliche Karriere zunächst zu einem Drittel als Entwicklungsingenieure in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen begonnen. Eine knappe Hälfte übernahm bereits sehr früh Personalverantwortung, sei es als Gruppenleiter, Abteilungsleiter oder auch als Geschäftsführer einer eigenen Firma. Knapp 15 Prozent verfolgten eine Karriere an der Hochschule. Der Einsatz in Führungspositionen scheint sich im Vergleich zu einer rund zehn Jahre älteren Studie  zu beschleunigen – trotz flacher gewordener Hierarchien in den Unternehmen. Dort erreichte die Hälfte aller promovierten Elektroingenieure erst nach 5 Jahren Führungspositionen."
Dr.-Ing. Michael Schanz, Experte für Arbeitsmarkt und Beruf beim VDE: "Am Beispiel einer Befragung von Ingenieuren, die in den Jahren 2008-2010 promoviert wurden, haben diese ihre berufliche Karriere zunächst zu einem Drittel als Entwicklungsingenieure in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen begonnen. Eine knappe Hälfte übernahm bereits sehr früh Personalverantwortung, sei es als Gruppenleiter, Abteilungsleiter oder auch als Geschäftsführer einer eigenen Firma. Knapp 15 Prozent verfolgten eine Karriere an der Hochschule. Der Einsatz in Führungspositionen scheint sich im Vergleich zu einer rund zehn Jahre älteren Studie zu beschleunigen – trotz flacher gewordener Hierarchien in den Unternehmen. Dort erreichte die Hälfte aller promovierten Elektroingenieure erst nach 5 Jahren Führungspositionen."

Promovierte Elektroingenieure steigen im Durchschnitt mit rund 20-25 Prozent höherem Gehalt in den Beruf ein als Ingenieurabsolventen ohne Promotion. Doch zahlt sich die viele Arbeit, die hinter einer Promotion steckt, am Ende tatsächlich aus? Immerhin: nur 15 Prozent bleiben nach der Promotion an der Hochschule.

Zuallererst müssen die Voraussetzungen stimmen:

Der durch die Promotion erworbene akademische Grad wird abgekürzt mit „Dr.-Ing.“ Hierfür muss man mehrere Leistungen erbringen:

  • Eine positiv begutachtete Dissertation. Die Dissertationsschrift selbst muss einen Beitrag zum Fortschritt der Wissenschaft liefern.
  • Einen wissenschaftlichen Vortrag über das Dissertationsthema mit einer so genannten Disputation. Während der Disputation verteidigen die Kandidaten die Thesen des Vortrags und der Dissertationsschrift. Hierbei weisen diese nach, dass sie die wissenschaftlichen Ergebnisse der Dissertation theoretisch und methodisch begründen können.
  • Eine mündliche Prüfung (Rigorosum), in der auch Fragen aus der Elektrotechnik und Informationstechnik gestellt werden, die nicht direkt mit dem Dissertationsthema zu tun haben.

Somit dient die Promotion dem Nachweis der Befähigung zu selbstständiger und vertiefter wissenschaftlicher Arbeit.

Was sind mögliche Motive für eine Promotion?

Promotionskandidaten gehen nur selten in Richtung konkreter Karrierewege. Meist steht im Vordergrund, dass man sich mit der Wissenschaft und Technik anhand einer konkreten Fragestellung auf einem Niveau beschäftigen möchte, das deutlich über dem des Master- oder Diplomstudiums liegt. Insofern spielt die Freude an der wissenschaftlichen Arbeit eine große Rolle.

Mit einer Promotion hält man sich durch zielgerichtete Weiterqualifikation viele mögliche Karrierewege in Wissenschaft und Wirtschaft offen. Konkrete Karrierevorstellungen reifen bei den meisten Doktoranden erst während der Promotionsphase. Es sei auch erwähnt, dass man Professor/in an einer Universität oder Fachhochschule üblicherweise nur mit einer Promotion werden kann. Absolventen, die hier eine mögliche berufliche Option sehen und auch die entsprechenden Voraussetzungen mitbringen, sollten dies frühzeitig beachten.