Typisch ist der »lautlose Ausstieg« Warum schaffen so viele das E-Technik-Studium nicht?

Das fordert der VDE-Ausschuss

Forderungen des VDE-Ausschusses Studium, Beruf und Gesellschaft

Mit Blick auf die eher immer noch steigenden Abbruchquoten im Studium und eine weitreichende Ratlosigkeit stellt der Ausschuss folgende grundlegende Forderungen zur Verbesserung der Studierfähigkeit zur Diskussion, Zitat:

  1. Verlässliche Bildungsstufen
    Jede auf die Grundschule folgende Institution muss sich darauf verlassen können, dass bestimmte Kenntnisse und Fertigkeiten mit einem Schulabschluss vermittelt wurden. Dabei muss die Note „ausreichend“ so vergeben werden, dass die Mindestanforderungen ausnahmslos erfüllt werden. Die Maßstäbe sollten zumindest innerhalb Deutschlands einheitlich sein. Am Ende gilt die Befähigung zur Wahrnehmung der beruflichen Verantwortung als absoluter Standard.
     
  2. Angemessene Aufwendungen für Schulen
    Die Grundlagenbildung darf nicht länger Gegenstand ökonomischer Überlegungen bleiben. Die Ausstattung mit Lehrkräften und deren Qualifikation, der Zustand der Gebäude und der Infrastruktur, die Schulgemeinschaft und die individuelle Förderung genießen allerhöchste Priorität. Der Schuletat muss bei allen Haushaltsverhandlungen vor die Klammer gezogen werden, und zwar in den Bundesländern, den Kreisen und den Städten und Gemeinden. Eine Bildungsnation muss sich sehr genau überlegen, an welcher Stelle Gelder gut investiert sind.
     
  3. Kontakt zwischen Schul- und Arbeitswelt
    Das Verhältnis von Schutzbedürftigkeit und Lebenswirklichkeit sollte in den Schulen neu definiert und dabei sollten beide Faktoren besser aufeinander abgestimmt werden. Wesentli-ches Element der Selbstfindung der Kinder und Jugendlichen ist ein reflektierter Umgang mit allen Aspekten ihres Alltags. Dazu gehören auch die Themen Wirtschaft und Arbeitswelt, die realitätsnah und kompetent dargestellt werden müssen. Die Unternehmen sind gefordert, hier mit angemessenen Angeboten zu unterstützen.
     
  4. Wahrnehmung des Wertes der Bildung
    Der Respekt vor Wissen und Können ist ein gesellschaftliches Anliegen, das es durchzusetzen gilt. Negative Konnotationen von beruflicher oder akademischer Bildung sollten unterbleiben auch mit Blick auf die Bildungsakteure. Teilhabe und nachhaltiges Wirtschaften setzen die Kenntnisse von Fakten und Zusammenhängen und deren sachgerechte Anwendung voraus. Bildung stellt dabei nicht nur ein individuelles Grundrecht, sondern auch eine der Voraussetzungen für ein funktionierendes demokratisches Gemeinwesen dar.
     
  5. Adäquater Bildungsbegriff
    Naturwissenschaftlich-technisches und handwerkliches Wissen und Können müssen im heutigen gesellschaftlichen Kontext als Bestandteil des Bildungsideals gelten. Sie bestimmen nicht nur in weiten Teilen das praktische Leben, sondern durch die Art der Wahrnehmung auch das Denken an sich. Technik ist in unlösbarer Weise mit der Entwicklung unserer Spezies verbunden und wird das auch bleiben.
     
  6. Offener Politischer Diskurs
    Die Situation und Entwicklung unseres Bildungssystems bedarf dringend einer offenen politischen Debatte in guter demokratischer Tradition. Diskussionen über Bildung und Erziehung werden weitgehend bestimmt von weltanschaulichen Sichtweisen. Dabei werden wissenschaftliche Erkenntnisse oder Erfahrungen aus anderen Ländern vielfach nicht zur Kenntnis genommen, wenn sie der eigenen Anschauung widersprechen. Ein solches Vorgehen er-scheint nicht angemessen, und es gilt den Diskurs umgehend zu versachlichen.
     
  7. Zusätzliche Anstrengungen der Hochschulen
    Die hohen Schwundquoten in den Technik-Studiengängen sind in vielerlei Hinsicht nicht akzeptabel. Die Hochschulen sollten daher auf dem eingeschlagenen Weg bleiben und ihre Anstrengungen vergrößern, um selbst grundlegende Bildungsdefizite zu beheben. Wenn eine praktische Hochschulreife nicht besteht, sollte den Studierenden die Gelegenheit gegeben werden, dieses in den ersten Semestern auszugleichen. Die Schulen werden weiterhin stark damit beschäftigt sein, Erziehungsdefizite zu beheben. Parlamente und Regierungen sind aufgefordert, die nötigen Maßnahmen auch finanziell zu unterfüttern.