Typisch ist der »lautlose Ausstieg« Warum schaffen so viele das E-Technik-Studium nicht?

Das „Studere“ kann nicht ersetzt werden

Allerdings nähmen genau die besonders betroffenen Studierenden »die Angebote leider eher nicht wahr, ob aus Scham, aus Zeit- bzw. Geldmangel oder aufgrund einer falschen Selbsteinschätzung«. Auch Didaktik-Schulungen, Coaching, engere Abstimmung im Studienplan und eine Fortschreibung der Vermittlungsmethoden würden eingesetzt. Das „Studere“ freilich, also das Bemühen der Studierenden, könne dadurch nicht ersetzt werden, auch eine Überbetreuung sei mit Blick auf Studienerfolg und Berufswirklichkeit kontraproduktiv und somit zu vermeiden.

Das Anforderungsniveau zu senken sei jedenfalls keine Option, »die Professorinnen und Professoren würden einen solchen Ansatz auch weit von sich weisen«. Schließlich klagten Unternehmen bereits heute schon über fehlende Kompetenzen, wie eine Untersuchung aus dem Jahr 2017 von VDI/VDMA zu 15 Jahren Bologna-Reform ergeben hatte.

Chancen, die Motivation der Schülerinnen und Schüler zu verbessern, sieht der Ausschuss in gemeinsamen Anstrengungen zwischen Hochschulen und Schulen und Lehrkräften in ihrem regionalen Umfeld. »Beide Institutionen betätigen sich dabei weit über ihre klassische Pflicht hinaus«, lobt Ausschuss-Kollege Berger. Sein Fazit ist dennoch gemischt. »Der Erfolg der Maßnahmen ist zwar durchweg festzustellen, durchschlagende Effekte sind aber leider nicht zu erkennen: Die Abbruchzahlen steigen anscheinend weiter.«

Vermutlich, so glauben er und die Ausschuss-Kollegen, kurieren die Hochschulen an den Symptomen einer Reihe von gesellschaftlichen Veränderungen. Insbesondere das Versprechen eines leichten Bildungsaufstiegs habe sich dabei »als Illusion« herausgestellt.