Typisch ist der »lautlose Ausstieg« Warum schaffen so viele das E-Technik-Studium nicht?

Seine Vorschläge hat der VDE-Ausschuss in einem Diskussionspapier zusammengefasst

Seine Vorschläge hat der VDE-Ausschuss in einem Diskussionspapier zusammengefasst, das Markt&Technik vorliegt.  In diesem sieht er den Studienabbruch als gesellschaftliches Problem, das auch daraus resultiere, dass mittlere Bildungsabschlüsse und der Facharbeiterberuf gesellschaftlich weniger anerkannt seien als ein Studium.

Eine »reflexartige Schuldzuweisung an Schulen oder Hochschulen« greife daher zu kurz. So hätten die Hochschulen ja weder auf Wunschfach noch Abitur-/Zeugnisnote der Studierenden Einfluss, eine Zugangsbeschränkung mit »Bestenauslese« sei angesichts des Ingenieurmangels ebenfalls kein Lösungsansatz. Zumal Studierende auch kaum »rausgeprüft« würden, wie der Ausschuss-Vorsitzende Prof. Michael Berger mit Zahlen unterlegt: »Die Quote für den Zwangsabbruch wegen endgültig nicht bestandener Prüfungen liegt in der Regel im Bereich von nur 5 Prozent«. Typisch sei hingegen der »lautlose Ausstieg«, etwa durch fehlende Rückmeldung oder Unterlagen.

Dabei würden Schwierigkeiten der betroffenen Studierenden meist schon in den ersten Semestern sichtbar. Hochschullehrende berichten den Arbeitsmarktexperten vom  VDE von »grundlegenden Defiziten« wie »Konzentrationsschwächen, fehlendem inneren Antrieb« sowie »elementaren Bildungsmängeln« wie fehlender Lese-, Schreib- und Rechenkompetenz.

»Die Folgen sind dann natürlich deutliche Mängel auch in allen anderen Fächern«, resümiert Berger, »offenbar handelt es sich um eine Vielzahl fachlicher oder persönlicher Aspekte, die anscheinend als Bündel zum Abbruch führen«. Etwa jeweils ein Drittel der Studienanfänger an den Hochschulen sei gut geeignet, bedingt geeignet oder ungeeignet. Je nach Aufwand und Jahrgang gelinge es jedoch, mehr oder weniger Studierende aus dem mittleren Leistungsbereich zum Abschluss zu führen, so dass zwischen einem und zwei Dritteln am Ende erfolgreich ihr Studium abschließen könnten.

»Angesichts dieser Situation stellt sich die Frage, welche Chancen die Hochschulen darüber hinaus überhaupt noch haben, die Zahlen positiv zu beeinflussen«, überlegt Berger. Die Hochschulen reagierten ja schon seit mehr als 10 Jahren mit Hilfsmaßnahmen wie Brücken- oder Einstiegskursen (häufig in Mathematik und Physik), »Nullte Semester«, Motivationspraktika und Tutorien bis hin zur psychologischen Einzelberatung. »Dabei hat sich mittlerweile aufgrund der gesammelten Erfahrungen der Schwerpunkt von fachlichen zu mehr persönlichkeitsbezogenen Unterstützungsangeboten verschoben«, weiß Prof. Berger.