Arbeitsmarkt für Elektroingenieure Wann springt der Jobmotor wieder an?

Thomas Hegger, Leiter des VDE-Ausschuss Beruf, Gesellschaft und Technik: 
»Den Ingenieuren ist in den letzten Jahrzehnten die Gründungskultur abhandengekommen.«
Thomas Hegger, Personalberater und stellvertetender Vorsitzender im VDE-Ausschuss Studium, Beruf + Gesellschaft. Das Foto wurde vor Corona aufgenommen.

Erhebliche Bremsspuren am Ingenieurarbeitsmarkt durch 'Hiring Freeze' und Kurzarbeit, aber weitgehend keine Entlassungen – so lässt sich die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt der Elektronikindustrie zusammenfassen. Und die Anzeichen einer Erholung mehren sich.

Stellvertretend etwa Dr. Martin Gall, Co-CEO der Dräxlmaier Group: »Unsere Werke in China laufen schon wieder auf voller Kapazität; dies macht uns zuversichtlich, dass wir auch im Rest der Welt bald wieder produzieren können.« Die übergroße Mehrheit des Ingenieurpersonals wird für genau solche Meldungen eines nahenden Endes der Coronakrise gehalten – und hier und da wurde sogar während des Lockdowns punktuell aufgestockt.

»Wir haben in der Krise so viel gearbeitet wie lange nicht mehr und hatten keine Stornos«, bestätigt etwa Renate Schuh-Eder von SchuhEder Consulting, die derzeit rund 30 offene Stellen für Ingenieure zu besetzen hat.

Laut der letzten Ad-hoc-Umfrage des ZVEI betrug die Zahl der angezeigten Kurzarbeiter Ende April in der deutschen Elektroindustrie 196.000. Wie viel davon tatsächlich realisiert wurde, dazu gibt es laut ZVEI noch keine aktuellen Zahlen. Laut Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln sank aber branchenübergreifend im Mai die Zahl der Arbeitnehmer in Kurzarbeit deutlich ab: von im März 2,6 Millionen über 8 Millionen im April bis hin zu zuletzt nur noch 1,1 Millionen im Mai. Das IW geht angesichts dieser Zahlen davon aus, dass der Zenith an Kurzarbeitern im Mai oder Juni überwunden sein könnte.