Bertha Benz-Preis für Ingenieurinnen 2014 Voraussetzung: „summa cum laude“

Die Forschungsergebnisse von Friederike Brendel ermöglichen eine Vervielfachung der übertragenen Datenrate.Dafür gab es den Bertha-Benz-Preis und 10.000 Euro.
Die Forschungsergebnisse von Friederike Brendel ermöglichen eine Vervielfachung der übertragenen Datenrate.Dafür gab es den Bertha-Benz-Preis und 10.000 Euro.

Ingenieurinnen aufgepasst: Mit dem „Bertha Benz-Preis“ zeichnet die Daimler und Benz Stiftung jährlich eine Ingenieurin aus, die in Deutschland eine herausragende Promotion zur Dr.-Ing. abgeschlossen hat. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Letztes Jahr gewann eine Forschungsarbeit aus dem Bereich Hochfrequenztechnik.

Im letzten Jahr erhielt Dr. Friederike Brendel den Preis der Stiftung. Die junge Ingenieurin fertigte ihre Dissertation über glasfaserbasierte Hochfrequenz-Übertragungssysteme im Millimeterwellenbereich am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) an.

In der Dissertation „Millimeter Wave Radio-over-Fiber Links based on Mode-Locked Laser Diodes“ hat Friederike Brendel einen weiten Bogen zwischen mehreren Fachgebieten gespannt: der Hochfrequenz-Systemtechnik, Laserphysik, optischer Kommunikationstechnik, Nachrichtentechnik sowie Teilgebieten der Regelungstechnik.

„In meinen wissenschaftlichen Untersuchungen ging es mir zum einen darum, möglichst schnelle und stabile Signalübertragungen zu erreichen, also die Datenrate um ein Vielfaches zu steigern. Zum anderen erschien es mir wünschenswert, die Funkreichweiten eng zu begrenzen, etwa auf einzelne Räume innerhalb einer Wohnung“, erklärt Brendel.

Als praktische Anwendung ihrer Forschung sieht die junge Ingenieurin die Möglichkeit, kostengünstige und extrem schnelle Netzzugänge zu entwickeln. Im Zentrum von Brendels Arbeit stand die doppelte Signalwandlung: Ursprünglich elektrische Millimeterwellensignale werden in Lichtinformation umgewandelt; diese wird über Lichtleiter transportiert. Im Ausgangsbereich wird die Lichtinformation dann wieder in Form analoger Millimeterwellen verfügbar gemacht. Dazu ist es erforderlich, zunächst das Gesamtsystem grundlegend zu analysieren, dann die einzelnen Komponenten, beispielsweise Laserdioden oder Photodetektoren, eingehend zu charakterisieren.

Diese Kommunikations- oder auch Übertragungskette verlangt zudem die Untersuchung von sogenannten Modulationstechniken, also das Aufbringen der zu transportierenden hochfrequenten Signale auf das optische Trägersignal, sowie das Studium der Ausbreitungseffekte über Glasfasernetze. Von grundlegender Bedeutung ist bei allen solchen Systemen aber die Stabilität des modifizierten und transportierten Signals.

Ihre Forschungsarbeit wurde vor einem Jahr am Institut für Hochfrequenztechnik und Elektronik des KIT verteidigt und entstand im Rahmen eines deutsch-französischen Promotionsprojektes mit dem Institut Polytechnique de Grenoble. Die Ingenieurin arbeitet heute als Produktmanagerin bei HBC-radiomatic GmbH, einem Hersteller von Funksystemen, in Crailsheim.

Voraussetzungen für die Nominierung: Die Promotion zur Dr.-Ing. liegt zum Stichtag der Nominierung nicht länger als ein Jahr zurück, und die Dissertation ist mit dem Prädikat „magna cum laude“ oder „summa cum laude“ bewertet. Vorschlagsberechtigt sind Universitäten und selbstständige Forschungsinstitute, eigene Bewerbungen sind nicht möglich.

Die Bewerbungsfrist läuft noch bis 15. März. Kontakt und Infos bei Susanne Hallenberger, Daimler und Benz Stiftung, Telefon: 06203-1092-0.