Arbeitsmarkt für Elektronikingenieure Vereinzelt Einstellungsstopps, doch Jobaussichten bleiben gut

Unternehmen werden angesichts nachlassender Konjunktur und Euro-Krise vorsichtiger bei Neueinstellungen, die Dynamik am Arbeitsmarkt lässt nach. Vereinzelt gibt es Einstellungsstopps, doch Personalberater können gut ausgebildete und flexible, sprich mobile Ingenieure nach wie vor besetzen. Umsatzrekorde feiern die Ingenieurdienstleister, die vor allem in der Automobilindustrie Kasse machen.

Die europäische Schuldenkrise und die nachlassende Konjunktur in Asien betreffen auch das Geschäftsklima der Elektronikindustrie und lassen etliche Unternehmen vorsichtiger mit Neueinstellungen werden. Der deutsche Arbeitsmarkt insgesamt bremse laut Bundesagentur für Arbeit ab, wenngleich auf hohem Niveau: Immer noch „besonders gesucht“ sind laut BA zurzeit Fachleute in den Bereichen Metall, Mechatronik, Elektro, Maschinen-/Fahrzeugbau, Logistik und Gesundheit.

Auch im Süden der Republik, zum Beispiel in Bayern, ist die Nachfrage nach Fachkräften immer noch hoch. Allerdings ist laut VBW-Chef Bertram Brossardt zufolge insgesamt eine nachlassende Dynamik erkennbar. Die Zahl der offenen Stellen sei im Juni zurückgegangen. Brossardt: „Die Firmen agieren bei Neueinstellungen etwas vorsichtiger als zuletzt. Die schwache Weltkonjunktur und die Unsicherheit aufgrund der Euro-Schuldenkrise machen sich bemerkbar. Die nächsten Wochen und Monate werden darüber entscheiden, ob wir uns an einem Wendepunkt befinden oder ob der bayerische Arbeitsmarkt den negativen externen Einflüssen weiter trotzen kann.“

Entscheidend für eine weitere positive Entwicklung auf dem bayerischen Arbeitsmarkt sei laut Brossardt vor allem die weitere Entwicklung der Euro-Schuldenkrise. Wie beurteilen Personalberater die Lage des Ingenieurarbeitsmarktes in der Elektroindustrie? Sind Unternehmen aktuell vorsichtiger mit der Neueinstellung von Ingenieuren, bis hin zu Einstellungsstopp? Wie sind die Jobchancen für Ingenieure aktuell? Welche Qualifikationen sind aktuell gesucht, bei welchen wird auf die Bremse getreten?

Marlen Erber-Ludwig ist Personalberaterin und Geschäftsführerin von Erber-Ludwig&Partner aus München. »Wir haben bei unseren Kunden noch keinen direkten Hiring Freeze festgestellt, jedoch ist es schon so, das auch bereits budgetierte Positionen nochmals kritisch hinterfragt werden und erneut genehmigt werden müssen.« Nach wie vor sei der Markt für qualifizierte Ingenieure ziemlich eng, die Wechselbereitschaft bei den Ingenieuren nicht sehr hoch. Der Trend zur Flexibilisierung der »Workforce« ist für Erber -Ludwig deutlich sichtbar: »Wir beobachten, dass Unternehmen nach Möglichkeit keine Ingenieure direkt einstellen, sondern auf Dienstleister zurückgreifen, um in der Personalplanung flexibel zu bleiben.«

Insgesamt seien die Jobaussichten für Ingenieure aber nach wie vor sehr gut, erwartet würden aber Flexibilität in Bezug auf den Standort und die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten. Besonders häufig soll Erber-Ludwig Elektroingenieure mit umfangreicher Softwareerfahrung besetzen, weniger gefragt seien Hardware-Entwickler.