Verwechslungsgefahr VDI will keinen »Bachelor Professional«

Der 55-jährige Diplom-Wirtschaftsingenieur Ralph Appel war bereits seit dem 1. Juli 2013 stellvertretender Direktor des VDI. Nun löst er den bisherigen Direktor des VDI, Dr. Willi Fuchs, in seinem Amt ab.
VDI-Direktor Ralph Appel

Der VDI lehnt die aktuellen Pläne der Bundesregierung zur Novellierung des Berufsbildungsgesetzes ab, die u.a. die Abschlussbezeichnungen »Bachelor Professional« und »Master Professional« vorschlagen, um die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung zu unterstreichen.

Der der Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung diskutiert heute einen Gesetzentwurf der Bundesregierung, der einheitliche Bezeichnungen für Fortbildungsabschlüsse in der beruflichen Bildung vorsieht. Hierfür werden u.a. die Abschlussbezeichnungen »Bachelor Professional« und »Master Professional« vorgeschlagen, die die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung unterstreichen sollen.

Der VDI lehnt diese an die Hochschulabschlüsse »Bachelor« und »Master« angelehnten Bezeichnungen »ausdrücklich ab«, da sie »verwirren«, »Intransparenz« erzeugen und »kontraproduktiv« für Schulabgänger, Studierende, Berufstätige und einstellende Unternehmen seien.

»Die vorgesehenen Abschlussbezeichnungen erzeugen Intransparenz und schaffen Unklarheit bei der Berufs- und Studienorientierung junger Menschen, aber auch bei Stellenausschreibungen und der Personalrekrutierung«, meint VDI-Direktor Ralph Appel.

Mit der Einführung der Abschlussbezeichnungen »Bachelor Professional« bzw. »Master Professional« wäre eine Verwechslung mit den akademischen Graden »Bachelor« und »Master« vorprogrammiert.  Auch international seien große Missverständnisse zu erwarten. Jede Aufweichung und Verwischung gefährde die »ohnehin komplexen« internationalen Verhandlungen zur gegenseitigen Anerkennung der akademischen Abschlüsse und »wäre extrem kontraproduktiv hinsichtlich der internationalen Mobilität von Studierenden und Berufstätigen«, so Appel weiter.

Berufliche und akademische Bildungsabschlüsse unterscheiden sich »erheblich«, was in ihrer Bezeichnung auch zukünftig deutlich zum Ausdruck kommen müsse. Der Zusatz Professional für den beruflichen Abschluss werde zu einer Abwertung der akademischen Titel Bachelor und Master führen.

Stattdessen empfiehlt der VDI »klar abgegrenzte Bezeichnungen mit einer deutlichen, aufeinander aufbauenden Systematik (Junior Professional, Senior Professional oder Strategic Professional)«, wie sie die Hochschulrektorenkonferenz vorschlage.