Bundesfinale 'Jugend forscht' Umweltschonende Rückgewinnung von Neodym

Jan Felix Schuster, Student der Jacobs University, steht im Bundesfinale von ‚Jugend forscht‘.
Jan Felix Schuster, Student der Jacobs University, steht im Bundesfinale von ‚Jugend forscht‘.

Recycling von Seltenen Erden Metallen: Der Student Jan Felix Schuster von der Jacobs University Bremen steht im Bundesfinale von 'Jugend forscht'. Schuster hat einen Weg zur umweltschonenden Rückgewinnung von Neodym gefunden.

Der 19-jährige Jan Felix Schuster ist Bremer Landessieger im Bereich Chemie bei ‘Jugend forscht’ und hat sich für das Bundesfinale vom 16. bis 19. Mai in Chemnitz qualifiziert.  Sein Projekt: Das Recycling von Seltenen Erden Metallen, einer Gruppe chemischer Elemente. Diese haben ihn schon als Schüler am Buchholzer Gymnasium am Kattenberge fasziniert.

“Ihre Wiederverwertung ist eine große Herausforderung. Es gab bislang kein Verfahren, das funktionierte.“ Zwei Jahre lang hat er vergeblich experimentiert. Erst an der Jacobs University Bremen im Forschungslabor von Professor Ulrich Kortz fand er einen Weg zur umweltschonenden Rückgewinnung von Neodym, einem Metall, das in Festplattenmagneten verwendet wird, die wiederum in Elektromotoren, Generatoren von Windanlagen oder auch in Computern und Smartphones verbaut sind.

Bei dem Verfahren wird der Magnet aufgelöst und das Neodym aus dem Magneten in ein anorganisches, donutförmiges Wirtmolekül (Polyoxometallat) mithilfe supramolekularer Wechselwirkung reversibel eingebaut, das heißt, es kann daraus auch wieder zurückgewonnen werden. „Der größte Durchbruch in den letzten Wochen war, das anorganische Wirtmolekül in einen katalytischen Kreislauf zu überführen, so dass es immer wieder verwendet werden kann“, erzählt Schuster, der im ersten Jahr Chemie (BSc) studiert und nebenbei unter Anleitung eines erfahrenen Doktoranden auch bei Prof. Ulrich Kortz im Labor forscht.

Dass er an der Jacobs University studiert, hat er seiner Teilnahme an dem MINTernational Workshop in Physik und Chemie zu verdanken, den die internationale Universität alljährlich für Schülerinnen und Schüler aus der Region veranstaltet. Jetzt hofft Jan Felix Schuster darauf, in seinem ersten Bachelorjahr gemeinsam mit Professor Kortz das entwickelte Verfahren in einer wissenschaftlichen Zeitschrift zu veröffentlichen oder besser noch, den Prozess zu kommerzialisieren, möglicherweise zusammen mit einem Kooperationspartner aus der Industrie.