Karriere-Do's and Don'ts mit Twitter und Co. Tipps zur Jobsuche im Web 2.0

So könnte es laufen

8. So könnte es laufen

Nehmen wir an, Dennis Bahr hat vor zwei Jahren sein Diplom als Maschinenbauer erworben und führt seit drei Jahren einen Blog, in dem er über verschiedene Themen aus seinem Berufsalltag schreibt. Er hatte ihn vor drei Jahren während seines Studiums begonnen und darin über die Fortschritte bei seiner Diplomarbeit geschrieben. Zuerst enthielt der Blog noch viele private Berichte aus seinem Arbeitsalltag, aber als in Kommentaren von anderen Maschinenbauern konkrete Fragen zu seinem Projekt gestellt wurde, schrieb er immer häufiger über Themen, die direkt sein Fach betrafen. Als er nach dem Diplom seine erste Stelle bei einem Dienstleister für Automatisierungsanlagen antrat, führte er den Blog mit der Einwilligung seines Vorgesetzten fort. Heute berichtet er regelmäßig über einzelne Fragestellungen, die ihn bei der täglichen Arbeit beschäftigen.

9. Jobsuche per Twitter

Wem Blogging zu zeitintensiv ist, könnte den Micro-Blogging Dienst www.twitter.com nutzen. Mit einem kostenlosen Account erstellt der Jobsuchende sein eigenes Profil, was er wiederum mit seiner Homepage oder mit seinem Xing-Account verknüpfen kann. In 140 Zeichen sagt man der Welt, was man denkt, sucht und hilft anderen bei der Beantwortung von Fragen. Durch das Folgen von Leuten erzielt man eigene »Verfolger«, sog. Follower, deren Nachrichten man in einem Newsfeed mitlesen kann. So lassen sich Aufmerksamkeitsströme lenken und die eigene Kreativität in der Suche nach vakanten Positionen erhöht die Trefferquote.

Wie man sich einen neuen Job »ertwittert«? Bemühen wir noch einmal Dennis Bahr. Nehmen wir an, er hat sich vor einem dreiviertel Jahr einen Twitter-Account zugelegt und folgt mit ihm heute vor allem einigen Bekannten und mehreren Bloggern. Als er sich vor zwei Monaten entschied, sich beruflich neu zu orientieren und aus seinem Hobby, Softwareentwicklung für Linux, einen Beruf zu machen, suchte er nach Möglichkeiten, per Twitter an mögliche Arbeitgeber heranzutreten. Er wusste, dass viele von ihnen selbst Blogs betrieben und bei Twitter aktiv waren. Welche es waren, fand er heraus, indem er gezielt nach jobrelevanten Stichworten suchte und die Kontakte anderer Twitternutzer mit ähnlichen Interessen durchsuchte. Bald folgte er bei Twitter mehreren Softwareentwicklern, deren Projekte ihn besonders interessierten. Als einer von ihnen in seinem Blog ein Problem beschrieb, mit dem sich Dennis Bahr selbst schon einmal beschäftigt hatte, nahm er zum ersten Mal Kontakt mit ihm auf und schrieb in einem Tweet einen kurzen Kommentar zu dem Problem und eine längere Erläuterung in einem Kommentar zu dessen Blog. Nachdem sie sich einige Male ausgetauscht hatten, sprach Dennis Bahr ihn direkt auf seinen Wunsch an, sich beruflich der Softwareentwicklung zu widmen. Unter anderem schrieb er ihm, an welchen Projekten er bisher mitgearbeitet hatte und welche ihn besonderes interessierten. Leider waren in dem Unternehmen des Entwicklers zu jener Zeit keine Stellen frei. Kurze Zeit später erhielt Dennis Bahr allerdings eine E-Mail vom Personaler eines ähnlichen Unternehmen, der ihn auf eine offene Stelle hinwies. Der Softwareentwickler hatte ihm von Dennis Bahrs Jobsuche berichtet und ihn aufgrund seiner fachlichen Kommentare im Blog und dessen E-Mail empfehlen können.

10. Jede Social Media Plattform hat ihre eigene Sprache

Egal für welche Form der Selbstdarstellung sich ein Ingenieur entscheidet - einige Grundregeln gilt es im Netz zu beachten. Dazu gehört, dass unterschiedliche Plattformen verschiedene Tonlagen erfordern. So kommuniziert man über Facebook oder MeinVZ in der Regel mit Freunden oder guten Bekannten. Entsprechend locker ist dort der Umgangston, während in einem Business-Netzwerk wie Xing oder LinkedIn größerer Wert auf professionelle Förmlichkeit gelegt wird. Trotz der unterschiedlichen Kommunikationsstile sollte der Ingenieur im Internet insgesamt ein stringentes Bild abgegeben. Wer auf einer Plattform versucht, einen guten Eindruck zu hinterlassen, darf ihn nicht durch unbedachte Äußerungen auf einer anderen Plattform unterlaufen.

Gerade die losen Verbindungen sind besonders wertvoll: Wer online ein Bewerberprofil angelegt hat, kann seine bestehenden Verknüpfungen in sozialen Netzwerken nutzen, um möglichst viele Menschen darauf aufmerksam zu machen. Im Bekanntenkreis des Ingenieurs findet sich vielleicht jemand, der jemanden kennt, der jemanden wie ihn sucht. Über entfernte Bekannte, mit denen der Bewerber wenige gemeinsame Kontakte hat, findet sein Stellengesuch schnell seinen Weg zu Menschen, an die er selbst bei seiner Stellensuche nicht gedacht hat. So führen die sozialen Netzwerke oftmals auch zu Stellen, die offiziell gar nicht ausgeschrieben waren.