Wer gute Mitarbeiter finden und halten will, sollte nach Leistung bezahlen Studie: Leistungsentlohnung stärkt die Arbeitszufriedenheit

Steigert eine Entlohnung auf Leistungsbasis die Arbeitszufriedenheit bei Menschen, die ihre Arbeit lieben wie ein Hobby? Ja, insbesondere bei überdurchschnittlich produktiven, sagen Wissenschaftler. Die Wissenschaft ging bislang vom Gegenteil aus.

"Glückliche Kühe geben mehr Milch" - nach Leistung bezahlte Arbeitnehmer sind produktiver und zufriedener mit ihrer Arbeit. Was wie eine Binsenweisheit klingt, galt in der Personalwirtschaftslehre bisher nicht für Menschen, die ihre Arbeit wie ein Hobby lieben. Für sie habe Geld keine wesentliche Bedeutung – dieser Annahme folgte die Arbeits- und Organisationspsychologie bislang. Im Gegenteil, Leistungsentlohnung könne die intrinsische Motivation von Mitarbeitern sogar untergraben, also deren eigenen Antrieb, hieß es.

Prof. Dr. Uwe Jirjahn von der Universität Trier, Thomas Cornelissen (University College London) und John S. Heywood (University of Wisconsin-Milwaukee) haben diese Annahme untersucht und kommen zum Schluss: Insbesondere bei überdurchschnittlich produktiven Mitarbeitern steigert eine Leistungsentlohnung die Arbeitszufriedenheit, anstatt sie zu untergraben. Die Forscher gelangen zu dem Ergebnis, dass Arbeitnehmer mit einer Leistungsentlohnung eine höhere Arbeitszufriedenheit aufweisen als Arbeitnehmer, die einen reinen Zeitlohn erhalten. Der positive Effekt ist darauf zurückzuführen, dass eine Leistungsentlohnung insbesondere für überdurchschnittlich produktive Arbeitskräfte attraktiv ist, so dass sich diese Arbeitskräfte verstärkt in Tätigkeiten mit einer Leistungsentlohnung sortieren. Ihre überdurchschnittliche Produktivität verschafft ihnen auf der Basis der Leistungsentlohnung ein größeres Einkommen, das wiederum die Arbeitszufriedenheit erhöht.
Für die Praxis der Personalwirtschaft ergibt sich aus diesen Ergebnissen eine Handlungsempfehlung, die Uwe Jirjahn als „Selbstselektionsmechanismus“ beschreibt. Arbeitgeber können Leistungsentlohnung als Instrument einsetzen, um besonders produktive Mitarbeiter zu rekrutieren und zu binden. Arbeitnehmer, die sich auf das Modell einer Leistungsentlohnung einlassen, sehen sich in der Lage und sind dazu bereit, durch höhere Produktivität und Engagement ihr Einkommen zu steigern. Weniger produktive Mitarbeiter werden sich selten um leistungsbezogen dotierte Stellen bemühen.