Elektromobilität Stellenmarkt Hochvolt: Zuwachs um 58 Prozent

Joblift hat das Stellenangebot der Automobilindustrie untersucht.

Vor allem die Zulieferer der Automobilindustrie rüsten ihre Stellen-Profile Richtung Hochvolt-Experten um. Das Job-Angebot wächst schnell, wenngleich von niedrigem Niveau ausgehend.

IT und Elektronik nimmt auch in den Stellenprofilen immer mehr Raum ein: Die Automobilindustrie wappnet sich für die Wende Richtung alternative Antriebe. 

Freilich langsam und von niedrigem Niveau aus: Ungefähr 7.330 der insgesamt rund 17 Millionen veröffentlichten Stellenanzeigen seit Oktober 2015 betreffen spezialisierte Jobs in diesem Bereich, hat eine Auswertung der Metasuchmaschine Joblift ergeben.

Die Anzahl der durchschnittlich pro Monat ausgeschriebenen Stellen stieg in den letzten zwölf Monaten auf 375 an – das entspricht einem Zuwachs von 58 % im Vergleich zum Vorjahr.

Zwei von drei Jobs entstehen im Süden von Deutschland

Wie zu erwarten, wird die überwiegende Anzahl der Stellen in den traditionsreichen Autoländern Bayern und Baden-Württemberg geschaffen, nämlich mit 31 % und 34 % fast zwei Drittel aller Arbeitsplätze. In allen anderen Bundesländern ist die Nachfrage mit durchschnittlich 120 Vakanzen pro Land deutlich geringer, allein in München wurden im selben Zeitraum 1.020 Stellenausschreibungen veröffentlicht.

Die Gesuche richten sich in erster Linie an hochausgebildete und auf E-Mobilität spezialisierte Fachkräfte: 87 % der Ausschreibungen verlangen einen Hochschulabschluss und 53 % richten sich an Ingenieure oder IT-Spezialisten. (Hier geht’s zu den aktuellen Job-Angeboten ‘Hochvolt’ von Markt&Technik Job)

Nur für 8 % der Jobs ist eine Berufsausbildung ausreichend, wohingegen 52 % der konventionellen Vakanzen in der Automobilbranche kein Studium voraussetzen.

Die Trendwende zur E-Mobilität könnte bis zu 208.500 neue Arbeitsplätze in Deutschland schaffen

Der Stellenmarkt der Elektromobilität wuchs in den letzten 24 Monaten zweieinhalbmal so stark wie die Vakanzen der konventionellen Automobilbranche. Im Jahr 2016 betrug der durchschnittliche monatliche Anstieg 7 %, während sowohl die Anzeigen im sonstigen Automobilbereich als auch der gesamtdeutsche Stellenmarkt in dieser Zeit nicht einmal halb so schnell wuchsen (3 % monatlich).

Ausgehend von diesem starken Zuwachs und in Anbetracht der zeitlichen Entwicklung der Daten ist anzunehmen, dass bis zum Jahr 2030 208.500 Jobs in Deutschland im Sektor der Elektromobilität entstehen. Dies würde zwar 48 % der durch das Verbot des Verbrennungsmotors wegfallenden Arbeitsplätze ausgleichen, durch das höhere Ausbildungsniveau wird sich die Personalstruktur jedoch stark verändern.

Mit 8 % der Stellenanzeigen ist der wichtigste Arbeitgeber ein Zulieferer

Diese Trendwende betrifft vor allem klassische Automobil-Zulieferer. Die Technologie für alternative Antriebe stammt bisher allerdings vor allem aus China und den USA. Da die Motoren für Elektroautos weniger komplex sind und keine aufwendigen Getriebe mehr gefertigt werden müssen, geraten vor allem deutsche Zulieferer unter Druck.

Dies spiegelt sich schon heute im Stellenmarkt wieder: Neben der Daimler AG (7 % aller offenen Stellen) suchen vor allem die Robert Bosch GmbH (8 %), die MBtech Group (6 %) sowie die Dräxlmeier Group (3 %) nach Fachkräften im Bereich der alternativen Antriebe.