Kommentar Start-up-Kultur in die Schule - aber richtig!

Robert Weber, freier Mitarbeiter
Robert Weber, freier Mitarbeiter

Eine Bitkom-Studie stellt der Mehrheit der deutschen Lehrer ein schlechtes Zeugnis aus, wenn es um die Vermittlung von Gründergeist und Digitalisierung geht.

Lehrer müssten Start-up-Kultur engagiert vermitteln, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbands. Daran mangele es, so die Autoren.
 
Doch die Schulen stehen vor den gleichen Problemen wie die Unternehmen. Die Mehrheit der Mitarbeiter und Lehrer sind keine Digital Natives, die scheinbar mühelos eine kreative Idee nach der anderen aus dem Hut zaubern und sich problemlos auf die neuen Zeiten einstellen können. Dazu kommt wie in vielen Unternehmen auch: Vielen fehlt die Zeit. Der Lehrerberuf umfasst nicht mehr nur das klassische Lehren, sondern auch Schulsozialarbeit, Integrationsarbeit und Inklusion. Und die Aufgaben werden mehr.
 
Die Schule müsse unternehmerisches Denken vermitteln, fordern Wirtschaftsvertreter. Ja, aber dann brauchen die Lehrerinnen und Lehrer auch die Ressourcen dafür, sprich Steuergelder. Unternehmerisches Denken braucht aber vor allem Ideen für eine Firmengründung. Doch wer Kreativität fordert, darf nicht an Musik, Kunst, Sport, Latein, Werken oder Textilkunde sparen. Und Informatik? Ja, vielleicht auch Informatik.
 
Doch nicht jeder Schüler muss ein Start-Up gründen. Viele Absolventen beginnen eine Lehre und machen sich dann als Schreiner selbstständig. Das klingt nicht spannend, aber ein Schreiner, der in Zukunft mit Kuka-Robotern in der Werkstatt zusammenarbeitet, dürfte dann doch wieder für Aufmerksamkeit sorgen.