Mut zum Jobwechsel steigt wieder 'Sinn'volle Jobs liegen im Trend

Mit den Corona-Lockerungsmaßnahmen steigt offenbar auch die Wechselbereitschaft von Arbeitnehmern in Deutschland wieder an, meldet das Beratungsunternehmen Trendence, das einen monatlichen Corona HR Monitor erhebt. Die Attraktivität sog. systemrelevanter Jobs nimmt bei Universitätsabsolventen zu.

Trendence zufolge stieg der Anteil der aktiv nach einem neuen Job suchenden Akademiker im Mai im Vergleich zum April von 7,7% auf 13,2%. Bei den Nichtakademikern wuchs indes der Anteil der Menschen, die passiv nach einer neuen beruflichen Herausforderung suchen. Hier entwickelte sich der entsprechende Prozentwert der für einen Wechsel offenen Menschen von 31,3% auf 37,2%.

Für den Trendence Monitor werden bundesweit monatlich 1.500 Arbeitnehmer zu ihrem Verhalten auf dem Arbeitsmarkt befragt. Im März und April war die Wechselbereitschaft durch den Corona-Lockdown deutlich zurückgegangen – so lag der Anteil der aktiv suchenden Akademiker im Februar noch bei 19%.

Interessant: Die passive Wechselbereitschaft bei Akademikern ist im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit sogar noch einmal angewachsen. So waren im Februar 40,7% offen für eine neue Herausforderung. Dieser Wert hielt sich im März und April und stieg nun sogar auf 43,5% an.

„Die Wechselbereitschaft reagierte im März und April sehr unmittelbar auf die Krise und ging entsprechend zurück. Nun zeigt sich aber, dass mit der aktuellen Phase der Entspannung auch der Mut der Bewerber wieder ansteigt. Bemerkenswert ist dagegen, dass Akademiker derzeit passiv noch offener für einen Wechsel sind als vor der Krise. Hier haben es einige Arbeitgeber offenbar versäumt ihre Mitarbeiter fester an sich zu binden“, so Robindro Ullah von Trendence zu den Ergebnissen der Erhebung.

Sinnstiftung angesagt: Attraktivität systemrelevanter Jobs steigt

Ein weiteres Ergebnis der Trendence-Analyse: Die Attraktivität systemrelevanter Jobs nimmt bei Universitätsabsolventen zu. So tragen sich 29,5% der Studenten mit der Absicht nach ihrem Studium einen systemrelevanten Beruf zu ergreifen. Noch höher die Zahl bei Schülern, von denen 38,1% durch die Erfahrungen der letzten Monate einen sinnstiftenden berufliche Aufgabe mit Systemrelevanz anstreben. Am deutlichsten ausgeprägt ist der berufliche Wunsch systemrelevant tätig zu sein indes im nichtakademischen Umfeld, wo sich dies 40,6% der Befragten vorstellen können.

„Während sich Schüler und Schülerinnen schon seit gut zwei Jahren in Richtung sinnstiftender Tätigkeit entwickeln, hat die aktuelle Krise diesbezüglich einen spürbaren Einfluss auf die beruflichen Ambitionen von Studierenden. Diese Entwicklung ist neu und bemerkenswert“, so Robindro Ullah.

Der Trendence Corona HR Monitor wird monatlich erhoben. Das Berliner Marktforschungsunternehmen befragt dafür bundesweit zwischen 1.200 und 1.800 Menschen zu ihrer Sicht auf den Arbeits- und Bewerbermarkt. Befragt werden SchülerInnen, Studierende, berufstätige Akademiker sowie berufstätige Nichtakademiker.