An der Elite-Schmiede für Gründer Sie machen den Unterschied

Prof. Dr.Ing. Klaus Diepold im Kreis von Studenten. Die Studienplätze am CDTM sind begehrt. Wer einen ergattert, kann sich über 'exzellente Berufsaussichten' freuen.
Prof. Dr.-Ing. Klaus Diepold im Kreis von Studenten. Die Studienplätze am CDTM sind begehrt. Wer einen ergattert, kann sich über 'exzellente Berufsaussichten' freuen.

In München gibt es eine Elite-Schmiede für Start-ups nach Vorbild des MIT. Die Gründer von Konux und NavVis haben hier genauso studiert wie die Fitness-Gurus von Freeletics. Warum aber längst nicht jeder genommen wird, erklärt Leiter Prof. Klaus Diepold im Interview.

Markt&Technik: Herr Diepold,  zusammen mit der LMU bildet die TU München am Center for Digital Technology & Management (CDTM) nach Vorbild des MIT junge Unternehmer zu Startup-Gründern aus.  Was ist der Unterschied zu den Platzhirschen wie WHU Vallendar oder EBS in Wiesbaden?

Prof. Klaus Diepold: Das CDTM bietet ein Zusatzstudium an, das nur in Verbindung mit einem Masterabschluss der TUM oder LMU funktioniert. Die CDTM- Absolventen bleiben parallel zum »Technology Management«-Studiengang in ihren nativen Studiengängen aktiv, also z.B. in BWL, Informatik, Elektrotechnik, Romanistik oder Kommunikationswissenschaften. Die Studierenden im CDTM kommen von allen Fachrichtungen der TUM und LMU - Interdisziplinarität ist also damit garantiert.
Was uns besonders macht, ist die Praxisorientierung des Studiums. Alle Kurse sind als (Team-)Projekte angelegt, die in Zusammenarbeit mit Industriepartnern durchgeführt werden. Die Fragestellungen stammen dabei aus dem Themenfeld der Industriepartner. Studierenden bearbeiten »reale« Projekte und Fragestellungen und beschäftigen sich nicht mit »Textbook-Problems« - das macht uns besonders.

Worauf achten Sie bei der Auswahl der Studenten?

Zweimal im Jahr gibt es eine Bewerbungsmöglichkeit für den Studiengang. Der Auswahlprozess  kommt in  zwei Stufen - einmal basierend auf der geschriebenen Bewerbung. Da achten wir zum einen auf gute Noten - muss aber nicht 1.0 sein - als auch  darauf, ob der Bewerber oder die Bewerberin schon klar sichtbare Anzeichen gibt, etwa außergewöhnliche Motivation und/oder Engagement, vor allem jenseits des eigenen Studienganges. Möglicherweise schon Entrepreneurship in früher Form. Der zweite Schritt ist ein persönliches Gespräch mit Fallstudien und Leitfaden gesteuerten Interviews. Wir suchen nach Studierenden, die in ihrem Leben einen Unterschied in der Welt ausmachen möchten. Gute Note alleine reicht nicht, wir wollen das Feuer in der Person spüren. Internationalität ist auch ein weiteres Kriterium.

Wie sind die Berufsaussichten?

Exzellente Berufsaussichten durch die Bank. Ca. ein Drittel geht in die großen Beratungsunternehmen und Industrieunternehmen, ein Drittel versucht eine Gründung und ein Drittel strebt anschließend eine Promotion an. Die künftigen Jobs sind breit gestreut, vom Entwickler bis hin zum strategischen Berater.

Und die Kosten? Wie läuft das Studium ab?

Das Studium ist kostenfrei, wie an allen staatlichen bayerischen Universitäten. Die meisten Kurseinheiten sind auf die Lücken im üblichen Studienablauf des eigentlichen Studienganges gerichtet – finden also z.B. in den Semesterferien, an Wochenenden, Abenden etc. statt. Das Studium dauert ca. 4 Semester, mit einem relativ großen Gestaltungsspielraum und einschließlich einer Auslandsphase. Der Abschluss ist ein Honors-Zertifikat, das gemeinsam mit dem Masterabschluss vergeben wird.

Was ist der Unterschied zur bekannteren UnternehmerTUM der Technischen Universität, das von der BMW-Erbin Susanne Klatten finanziert wird? Gibt es Kooperationen?

UnternehmerTUM ist eine unabhängige GmbH, die von Frau Klatten unterstützt wird, die aber kein Lehrstuhl ist und auch keine direkte Verbindung mit der TUM hat. Es gibt Kooperationen, aber nur in kleinem Umfang. Die Zielrichtungen von CDTM und UnternehmerTUM unterscheiden sich stark. Viele Gründer, die die Ausbildung im CDTM durchlaufen haben, arbeiten während der Gründungsphase mit UnternehmerTUM als Accelerator. Viele Preisträger der UnternehmerTUM sind von CDTM-Absolventen gegründet, wie z.B. Konux, Kinexon, Navvis, Magazino, Stylight, eGym, Freeltetics, Outfittery, Unu und vielen anderen.

Start-ups und Mittelstand – halten Sie das für eine fruchtvolle Paarung, um die Digitalisierung voran zu treiben? Gibt es Planungen in diese Richtung? 

Die Verbindung als Start-Ups und Mittelstand halte ich für sehr interessant und für ein Thema, das wir systematisch entwickeln wollen. Ich arbeite diesbezüglich mit dem Münchener Unternehmerkreis (MUK) zusammen, um konkrete Angebote und Programme zu entwickeln. Derzeit gibt es dazu von MUK erste Formen von Förderprogrammen. Ich hoffe, dass wir das weiter ausdehnen können.

Die Fragen stellte Corinne Schindlbeck