Azubi-Marketing Schüler suchen ihren Ausbildungsplatz auf Facebook & Co.

Facebook ist aus dem Alltag deutscher Schüler nicht mehr wegzudenken. Auch bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Kommunikationsagentur Kienbaum Communications, die das Azubi-Marketing in privaten sozialen Netzwerken und die Erwartungen der Zielgruppe untersucht hat.

Rund 1.200 Schüler unterschiedlicher Schultypen zwischen 14 und 20 Jahren wurden gefragt, ob und wie sie die sozialen Netzwerke zur Ausbildungsplatzsuche nutzen.

„Die Umfrage zeigt, dass Social-Media-Plattformen zu einem ernstzunehmenden Faktor werden, wenn es darum geht, als Arbeitgeber mit Schülern zu kommunizieren und sie über die Ausbildungsmöglichkeiten im Unternehmen zu informieren“, sagt Iris Kürfgen, Seniorberaterin bei Kienbaum Communications. Die Social-Media-Studie von Kienbaum aus dem Jahr 2010 hatte noch gezeigt, dass die etwas ältere Generation der Studenten und Young Professionals der beruflichen Nutzung von Facebook und Co. eher skeptisch gegenübersteht.

Bereits 60 Prozent der Schüler haben eine Karriere-Page eines Unternehmens in einem sozialen Netzwerk besucht und zwei Drittel der Studienteilnehmer empfinden diese bei der Ausbildungsplatzsuche als nützlich und hilfreich. Dabei schätzen die Teenager besonders die direkte Ansprache und die Schnelligkeit des Mediums: So versprechen sich 73 Prozent der Nutzer eine schnelle Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen. 69 Prozent sehen den Vorteil in den direkten Informationen, die sie über die Karriere-Pages in sozialen Netzwerken erhalten.

Trotz der wachsenden Beliebtheit von Social Media nutzen die deutschen Schüler hauptsächlich klassische Online-Kommunikationskanäle zur Information über potenzielle Berufsfelder und Arbeitgeber: Von den fast 90 Prozent der Jugendlichen, die sich im Internet über einen Ausbildungsplatz oder ein Duales Studium informieren, nutzen 80 Prozent Suchmaschinen, 55 Prozent informieren sich direkt auf der Website des Unternehmens und 44 Prozent suchen in Jobbörsen nach geeigneten Stellenangeboten.

Als zweitwichtigste Informationsquelle nach dem Internet nennen die befragten Schüler Freunde gefolgt von der Familie auf Platz drei. Auch Berufsmessen und das Berufsinformationszentrum werden von mehr als der Hälfte der Jugendlichen als Hilfestellung genutzt, wenn sie sich für eine Ausbildung entscheiden.

„Jedoch deutet die verstärkte Akzeptanz und das zunehmende Interesse der Schüler an einer Jobsuche über soziale Netzwerke darauf hin, dass sich im kommenden Jahr neben den klassischen Online-Kommunikationskanälen Social Media zunehmend als Informationsquelle für die Jobsuche etablieren werden. Auch die wachsende Anzahl an Karriere-Pages von Unternehmen in sozialen Netzwerken oder deren Recruiting-Aktivitäten im Micro-Blogging-System Twitter deuten darauf hin, dass immer mehr Unternehmen Social Media nicht mehr als bloßen Hype, sondern als ernstzunehmendes Kommunikationsinstrument wahrnehmen“, sagt Iris Kürfgen.

Die Jugendlichen nutzen die unterschiedlichsten Kanäle, um sich zu informieren, und hinterfragen dabei die gebotenen Informationen. So zeigt die Studie, dass 53 Prozent der Schüler Erfahrungsberichte anderer Auszubildender im Internet lesen. „Dieses Ergebnis spiegelt den Wunsch der Zielgruppe wider, authentische und unabhängige Informationen zu erhalten, auf deren Basis sie die Entscheidung für einen Beruf oder einen Arbeitgeber treffen können“, sagt Kürfgen.

Rund ein Drittel der Studienteilnehmer liest dazu Erfahrungsberichte Auszubildender in Chats, Blogs und Foren, 13 Prozent besuchen zu diesem Zweck soziale Netzwerke. Gleichzeitig zeigt die Studie jedoch, dass nur sieben Prozent der Befragten selbst eigene Erfahrungsberichte ins Internet stellen. Die Zahl der passiven Leser überwiegt hier momentan noch deutlich.