Start-ups auf der embedded world Schneller zum Embedded System

Contunity will hoch hinaus:. In der Start-up Area der embedded world vom 25. bis 27. Februar  können Besucher mehr über die »ready-to-use« online Software BLOGX erfahren.
Contunity will hoch hinaus: In der Start-up Area der embedded world vom 25. bis 27. Februar können Besucher mehr über die »ready-to-use« online Software BLOGX erfahren.

Die Entwicklung von Embedded Systems ist zeitaufwändig, gut ausgebildete Spezialisten rar. Wie wäre es, Embedded Systeme automatisiert entwickeln zu können, ohne Hardware-Experte zu sein? Das ist die Geschäftsidee von Tobias und Alexander Pohl, die dazu eine Engineering-Plattform entwickelt haben.

Während Electronic Design Automation aus der Chip-Entwicklung nicht mehr weg zu denken ist gestaltet sich Hardware-Entwicklung auf Board-Level noch weitgehend in Handarbeit – eine automatisierte Erstellung von diskreten Schaltungen war bis dato nicht möglich. Modularisierung, Standardisierung und Wiederverwendung von der Anforderungs- bis zur Bauteilebene werden in der gängigen Praxis nur selten angewendet und beherrscht. 

Das bedeutet, dass die Entscheidung über die Dimensionierung, die Auswahl und die Positionierung der einzelnen Bauteile auf der Leiterplatte nicht nur viel Kapazität in Anspruch nehmen. Das Verfahren ist auch fehleranfällig und verlangt im schlechten Fall viele teure Wiederholungen – Zeit, die der Entwickler für den kreativen Anteil der Entwicklung aufbringen könnte.

Kompetenzverschwendung, fanden die beiden Gründer Tobias und Alexander Pohl und gründeten 2018 an der TU München das Start-up Contunity. »Viele Prozessschritte lassen sich algorithmisch abbilden und damit automatisieren «, sagt Tobias Pohl, »wir ermöglichen es, komplette Embedded Systeme mit Schaltplänen, Stücklisten und PCB-Layout zu generieren - so können sich Entwickler auf die Innovation und Weiterentwicklung des Produkts konzentrieren und sparen Zeit.« Und Fachkräfte: »Jeder technisch geschulte Mensch kann mit unserer Software  Elektronik entwickeln und dabei bis zu 90% der Entwicklung einsparen«, verspricht der Gründer. 

Per Drag&Drop Userinterface kann der Entwickler die Funktionalitäten des Steuergeräts definieren, ohne dabei im Speziellen auf Programmierung oder Hardwareentwicklung eingehen zu müssen, »diese beiden Arbeitsschritte, sprich das Programmieren des Steuergeräts und Entwerfen der Leiterplatten, werden vollautomatisch von unseren Algorithmen erledigt«, erklärt Tobias Pohl.

Contunity ist eines von insgesamt 28 teilnehmenden Start-ups auf der embedded world und nimmt bereits zum zweiten Mal teil. »Sie ist mit ihrem sehr technischen Publikum in unserem Bereich die wichtigste Messe«, erklärt Tobias Pohl. Man habe im vergangenen Jahr zahlreiche Kontakte geknüpft und das Netzwerk erweitert, aus denen »sicher über zehn Projekte« bei großen Kunden entstanden sind, die gerade implementiert werden. »Letztes Jahr lief es super für uns«, freut sich Pohl. 

Im Dezember gelang es den Brüdern, eine größere Finanzierungsrunde abzuschließen. Und auch räumlich vergrößert sich Contunity gerade: Im Technologie- und Gründerzentrum Gate Garching steht ihnen nun dreimal so viel Platz zur Verfügung, das internationale Team von aktuell 10 Mitarbeitern soll sich verdoppeln. Gesucht werden Devops Engineers, Fullstack- und Senior UI Developer sowie ein Lead Integration Engineer, dazu je ein Lead Compiler Engineer, Account Executive, Customer Success, Sales Development Representative sowie ein Venture Manager. Das gestalte sich allerdings schwierig: »Einerseits profitieren wir mit unserer Lösung vom Fachkräftemangel, andererseits spüren wir diesen eben auch am eigenen Leib«, so Pohl.

Alle Infos rund um das Thema start-up@embedded world hat die Nürnbergmesse hier zusammengefasst.