Metall- und Elektro-Tarifrunde Pilotvertrag: Keine Lohnerhöhung, dafür Beschäftigungssicherung

Die Tarifvertragsparteien der Metall- und Elektro-Industrie in Nordrhein-Westfalen haben einen Tarifabschluss erzielt. In diesem Jahr gibt es demnach keine Lohnerhöhung. Der Vertrag wird von der IG Metall zur bundesweiten Übernahme empfohlen.

Die Tarifgehälter in der Metall- und Elektroindustrie werden in diesem Jahr nicht erhöht. Das zeigt das Tarifergebnis in Nordrheinwestfalen, das der Vorstand der IG Metall unter Berücksichtigung der regionalen Bedingungen zur bundesweiten Übernahme empfohlen hat. Ziel der Verhandlungen war es, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden und das Einkommen der Beschäftigten bestmöglich abzusichern.

So umfasst der Pilotvertrag Regelungen zur Kurzarbeit, die die Nettoentgelte der Beschäftigten für die ersten Monate auf dem Niveau von etwa 80 Prozent absichern können. Dies geschieht duch eine Abschmelzung der Sonderzahlungen und einen Arbeitgeberzuschuss von 350 € je Vollzeitbeschäftigtem.

Bei Schließungen von Kitas und Schulen können Eltern mit Kindern bis zu zwölf Jahren acht freie Tage für die Kinderbetreuung nehmen anstatt des tariflichen Zusatzgeldes. Zusätzlich erhalten Beschäftigte im Jahr 2020 für die Betreuung von Kindern - soweit zwingend erforderlich - mindestens fünf freie Tage ohne Anrechnung auf den Urlaub, das Entgelt wird weitergezahlt.

Die Tarifverträge treten nun in Kraft und können zum 31.12.2020 gekündigt werden.

IG-Metall-Vorstand Jörg Hofmann betonte, dass mit dieser Krisenregelung die offenen Fragen der Tarifrunde 2020 auf der Agenda bleiben würden. „Nach der Bewältigung der akuten Probleme werden wir uns wieder den Zukunftsthemen zuwenden.“

Der Verband der Metall- und Elektroindustrie in Bayern vbm will spätestens morgen entscheiden, ob er die Regelung annehmen wird.