China - USA Ökonom Fratzscher warnt vor »unumkehrbarem Handelskrieg«

Marcel Fratzscher, Präsident des DIW Berlin.
Marcel Fratzscher, Präsident des DIW Berlin.

Der Ökonom Marcel Fratzscher vom DIW Berlin sieht die jüngste Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China mit großer Sorge: »Das letzte, was wir brauchen«.

«Dies könnte der Anfang eines unumkehrbaren Handelskriegs zwischen den beiden Ländern sein», sagte der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

China habe immer schon seine Währung manipuliert. «Diese Manipulation aber nun durch den Handelskonflikt zu rechtfertigen, muss zwingendermaßen zu einer Eskalation mit den USA führen.»

Fratzscher befürchtet, dass andere asiatische Länder ihre Währungen ebenfalls abwerten könnten, um im globalen Wettbewerb mithalten zu können. Das könnte zu einem stärkeren Euro führen, damit würden Waren «Made in Germany» außerhalb des Euroraumes teurer.

«Die Folge werden wohl geringere deutsche Exporte und damit ein schwächeres Wachstum in Deutschland sein. In Zeiten, in denen sich die deutsche Wirtschaft in einer milden Rezession befindet, ist die Eskalation im globalen Handelskonflikt das letzte, was wir brauchen», mahnte Fratzscher.

Die US-Regierung hat China offiziell als ein Land gebrandmarkt, das den Kurs seiner Währung manipuliert, um sich damit unfaire Vorteile im internationalen Wettbewerb zu sichern. China hatte unmittelbar zuvor seine Währung, den Yuan, abgewertet und erklärte, chinesische Unternehmen würden keine Agrargüter mehr aus den USA importieren. Beides wurde als Reaktion auf die vergangene Woche von US-Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle angesehen.