Vorsicht, Vorschussbetrug! Nigeria Connection im B2B-eCommerce

Obwohl hauptsächlich aus dem Privatbereich bekannt, macht der Vorschussbetrug der Nigeria Connection auch vor dem B2B eCommerce nicht halt, wie ein Fall bei SindoPower, Teil der Semikron-Gruppe, zeigt.

Kundenbestellung

Ein Kunde bestellt online mit einer Rechnungsadresse aus Dubai über mehrere Tausend Euro. Für Kunden dieser Art sieht das System Vorauskasse per Überweisung vor und der Kunde bekommt vom System automatisch eine Pro-Forma-Rechnung zugestellt.

Bezahlung

Der Kunde reicht einen Scheck per Post ein, obwohl Überweisung vorgesehen war. Der Scheck ist über den 10fachen Wert der Bestellung ausgestellt.

Kundenkontakt

Der Kunde meldet sich nun bei der Kundenbetreuung und sagt, dass der Scheck versehentlich über den 10fachen Wert ausgestellt wurde. Die Bitte ist nun, den überschüssigen Geldbetrag auf ein Konto zurück zu überweisen, denn man hat ja bereits das Geld des Schecks.

Sicherheitsmaßnahmen

In diesem speziellen Fall griffen mehrere Sicherheitsmaßnahmen. Die Commerzbank informierte umgehend nach Eingang des Schecks die Fa. SindoPower, dass auf jeden Falle abzuwarten sei, bis der Scheckwert übertragen ist, da gegenwärtig mehrere Betrugsversuche bekannt geworden sind. Gleichzeitig kam den Kundenbetreuern offensichtlich das Anliegen dubios vor und es wurde den Vorgesetzten gemeldet. Außerdem werden in der Finanzabteilung Bestellvorgänge erst durch Geldfluss im System freigegeben, nicht schon durch das Einreichen des Schecks.

Eine Überprüfung der IP-Adresse des Bestellers ergab, dass die Bestellung aus Nigeria aufgeben wurde.

Laut Auskunft der Banken werden ausländische Schecks oft sofort dem Konto gutgeschrieben. Und genau da liegt das Problem, denn viele wissen nicht, dass die Bank den Scheck zwar unmittelbar nach dem Einreichen dem Konto gutschreiben kann, dies allerdings nur unter Vorbehalt geschieht. Es können Tage bis Wochen vergehen, bis der Scheck überprüft wird. Im Falle eines nicht gedeckten Schecks wird das Geld vom Konto des Empfängers zurückgebucht. Eine Überprüfung kann auch in Europa mehrere Wochen dauern, bei internationalen Schecks mehrere Monate, wobei der Zahlungsempfänger im Glauben ist, er hätte das Geld sicher.

Fazit

Die Betrüger spekulieren darauf, dass in größeren Firmen der Informationsfluss limitiert ist und aufgrund der Hilfsbereitschaft des Kundenservices solch ein Betrug möglich ist. Seien Sie daher vorbereitet!