Dekra-Arbeitsmarkt-Report 2019 Nachfrage nach Elektroingenieuren schwächer

Softwareentwickler und Programmierer sind innerhalb der IT-Berufe (Stichprobe hier insgesamt 1348 Stellenanzeigen) am häufigsten gesucht.

Während Elektroniker, Softwareentwickler sowie Gesundheits- und Krankenpfleger sich auf den ersten drei Plätzen halten, haben sich Elektroingenieure erstmals seit zwölf Jahren aus den Top Ten des Dekra-Arbeitsmarkt-Reports verabschiedet und liegen jetzt auf Platz 15 der am meisten gesuchten Stellen.

Für welche Tätigkeitsfelder suchen Arbeitgeber die meisten Fachkräfte und in welchen Bereichen entspannt sich die Nachfrage? Dieser Frage geht der Arbeitsmarkt-Report der Dekra-Akademie seit 2008 jährlich nach. Im Zeitraum vom 18. bis 24. Februar wurden Stellenanzeigen in elf deutschen Tageszeitungen, zwei Online-Jobbörsen und zwei sozialen Netzwerken ausgewertet, insgesamt 13.745 Stellenangebote.

Für Kandidaten mit Ausbildung Elektroniker fanden die Dekra-Analysten die meisten Stellenangebote. Diesen Platz an der Spitze hatten sie 2016 schon einmal inne. Knapp jedes zehnte Gesuch richtet sich an Bewerber mit IT-Hintergrund. Hier bleibt vor allem die Nachfrage nach Softwareentwicklern hoch, sie befinden sich auf Platz 2 im Gesamt-Ranking. Gut jedes dritte IT-Stellenangebot ist für Softwareentwickler und Programmierer ausgeschrieben (34,9 %). Außerdem haben Bewerber beste Chancen, die neben fundierten IT-Kenntnissen auch ökonomische Zusammenhänge und Prozesse verstehen: Wirtschaftsinformatiker sind auf Position13 der Rangliste vorgerückt und liegen damit so weit vorne wie nie (2018: Position 22). Data-Analysts gehören mit 5,3 % zu den fünf am häufigsten gesuchten IT-Professionals.

Stark gesucht sind auch Vertriebs- und Verkaufsberater. Fast jede achte offene Position ist hier zu verorten (12,1 %). Neben den drei klassischen Vertriebsberufen unter den Top Ten sucht aktuell der Handel verstärkt Einzelhandelskaufleute. Beflügelt vom boomenden Online-Handel und von immer ausgefeilteren Logistikkonzepten der Industrie ist der Bereich Lagerlogistik. Sie gehört erstmals zu den fünf Tätigkeitsbereichen mit dem höchsten Anteil an Jobangeboten der Stichprobe (6,7 %). Lager- und Transportarbeiter sind auf die achte Stelle vorgerückt. »Die Lagerlogistik bleibt trotz Automatisierung personalintensiv«, so Jörg Mannsperger, Geschäftsführer der Dekra-Akademie.

Jede vierte Offerte für Ingenieure ist an Elektroningenieure (24,7 %) gerichtet. Im Gesamt-Ranking verloren sie dennoch drei Plätze gegenüber dem Vorjahr (Platz 15). Die Fachrichtung Maschinen- und Fahrzeugbau, die letztes Jahr auf Platz 12 gleichauf mit den Elektroingenieuren lag, befindet sich nun auf Rang 20 der Stichprobe. Gut jede fünfte Position im Ingenieurwesen ist für diese Spezialisierung ausgeschrieben (21,7 %).

Als Fazit geben die Autoren der Studie an, dass sich die Nachfrage nach Ingenieuren im Moment »tendenziell weiter abzuschwächen« scheint und sich somit die Fachkräftesituation in den akademischen Technikberufen teilweise etwas entspannt. Im Gegensatz zu den beruflich qualifizierten Technikern: Hier sei eine Verschärfung zu beobachten.