Dekra-Arbeitsmarkt-Report 2019 Nachfrage nach Elektroingenieuren schwächer

Meinung

Flaute bei Elektroingenieuren?
Liest man den Dekra-Arbeitsmarktreport, dann könnte man schlussfolgern, Elektroingenieure fallen der konjunkturellen Abkühlung zum Opfer. Betrachtet man aber die Quelle der Daten (11 Tageszeitungen neben Stepstone, LinkedIn, Xing und Arbeit-Regional.de), dann wage ich folgende These: Eher hat sich die Suche nach ihnen tiefgreifend verändert.
Hand aufs Herz: Wer schaltet denn noch Print-Stellenanzeigen in überregionalen Tageszeitungen, um einen Elektroingenieur zu bekommen? Eine Minderheit, wage ich zu behaupten. Denn die Resonanz ist viel zu häufig gleich null bzw. unbefriedigend. Stattdessen berichten Personalberater, dass sie kaum mehr zum Durchschnaufen kommen. Denn die Suche über Headhunter ist zwar deutlich teurer, führt aber am Ende mit höherer Wahrscheinlichkeit zu einem Ergebnis, Beratung (in Richtung Stellenbeschreibung, ausgeübte Position etc.) inklusive. Stichprobe: Allein 25 offene Stellen mehrheitlich für Elektroingenieure finden sich auf schuh-eder.com, adrian-roth.de listet 24 offene Stellen auf. Und satte 101 offene Stellen gibt es allein auf dem Stellenportal von Rutronik, rutronik-careers.com. Flaute bei Elektroingenieuren? Im Gegenteil, jetzt geht’s ja erst richtig los mit Digitalisierung und Elektrifizierung. Aber die Suche nach ihnen verlangt mehr Sorgfalt (und neue Wege) als früher; im Mittelpunkt steht ein potenzieller Bewerber, der sich seines Marktwertes bewusst ist und der hohe Ansprüche an seinen neuen Arbeitgeber stellt. Das geht nicht per 08/15-Stellenanzeige. Recruiting ist heute wie Vertrieb: Der Kunde (= der Bewerber) steht im Mittelpunkt. Und daran wird sich auf Jahre hinaus nichts ändern.
Corinne Schindlbeck


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