Studie Mittelständler sind oft, aber nicht überall flexibel

»Arbeitswelten 4.0 im Mittelstand«: Laut einer Studie von Deloitte schneiden KMUs im Vergleich zur Gesamtwirtschaft gar nicht schlecht ab.

  • Frauen in Führungspositionen: Hier schneiden KMUs laut Studie besser ab als die Gesamtzahl der Unternehmen in Deutschland. Laut Deloitte bestehe hier »subjektiv kaum noch Handlungsbedarf«: De facto befinden sich heute rund 18 Prozent Frauen in mittelständischen Führungspositionen, wohingegen es bei Großunternehmen nur 8 Prozent sind. 85 Prozent der Konzerne haben sogar ausschließlich männliche Führungsgremien.
  • Integration von Flüchtlingen: Der Mittelstand setzt stärker noch als andere auf die Integration von Flüchtlingen in den Betriebsalltag. »Viele Mittelständler sehen die Anstellung von Flüchtlingen als Investition in die Zukunft. Die mittelständischen Unternehmen planen, im Jahr 2022 bis zu 2,4 Prozent ihrer Stellen an Flüchtlinge zu vergeben, was ca. 500.000 Stellen entspräche«, erläutert Prof. Dr. Patrick Ulrich, Lehrstuhlinhaber für Unternehmensführung und -kontrolle an der Hochschule Aalen. Auf der einen Seite erhoffen sich die Arbeitgeber von den neuen Mitarbeitern frische Impulse und mehr interkulturelle Kompetenz in den Unternehmen, auf der anderen Seite sehen sie aber auch Probleme wie die Sprachbarriere oder die Qualifikation.
  • Flexible Arbeitsmodelle, »Workspace 4.0«: Hier existieren klare Präferenzen. So wird das Thema Home Office zurückhaltend gehandhabt, obwohl diese Arbeitsform insgesamt immer noch öfter praktiziert wird als mobile, also ortsunabhängige Arbeit mit permanentem Zugriff auf das Unternehmensnetzwerk. Tatsächlich gibt es mobile Arbeit nur bei 41 Prozent, während bei 59 Prozent der Studienteilnehmer ausgewählte Mitarbeiter auch von daheim arbeiten – deutlich mehr als bei großen Konzernen, die eine Quote von rund 30 Prozent aufweisen. Gleichzeitig gibt es jedoch nur in 27 Prozent der mittelständischen Unternehmen eine vertragliche Home Office Regelung.

 »Angesichts der demografischen Entwicklung und des allgemeinen, digitalisierungsbedingten Wandels in der Arbeitswelt steht der Mittelstand unter Zugzwang. Gelingt es ihnen, neue Arbeitsformen mit den traditionellen Stärken des Mittelstands zu verbinden, können sie zu den Gewinnern der Entwicklung gehören«, so Markus Seiz, Director bei Deloitte.