Vor Eichen weichen, auch Buchen nicht suchen Mit dem Rad zur Arbeit – was man tut wenn es blitzt

Rad- und Motorradfahrer müssen die Fahrt bei Gewitter auf jeden Fall unterbrechen, ein schützendes Gebäude aufsuchen oder mindestens drei Meter entfernt vom Fahrzeug in die Hocke gehen, möglichst auf Asphalt, rät der VDE.
Rad- und Motorradfahrer müssen die Fahrt bei Gewitter auf jeden Fall unterbrechen, ein schützendes Gebäude aufsuchen oder mindestens drei Meter entfernt vom Fahrzeug in die Hocke gehen, möglichst auf Asphalt, rät der VDE.

Wie verhält man sich, wenn man mit dem Fahrrad von der Arbeit nach Hause in ein Gewitter gerät? Wo unterstellen, wann weiterfahren? Der VDE gibt neue Empfehlungen zum richtigen Verhalten bei Gewitter.

Der VDE-Ausschuss Blitzschutz und Blitzforschung gibt in einer neuen Broschüre ausführliche Verhaltenstipps beim Aufenthalt im Freien. Immerhin werden in Deutschland im Sommer über eine Million Blitze pro Monat gezählt, an besonders aktiven Gewittertagen über 200.000 Blitze pro Tag. Und nicht immer geht es glimpflich ab: Bei einem Blitzunfall auf einem Golfplatz in Nordhessen Ende Juni wurden vier Frauen getötet.

VDE-Blitzexperte Thomas Raphael: "Im Sommer kann es leicht passieren, dass ein Gewitter einen im Freien überrascht und man keine Zeit mehr hat, ein sicheres Gebäude aufzusuchen. Dann sollte man unbedingt wissen, wie man das Unwetter sicher übersteht."

Erstmals wird als neue Empfehlung ausgesprochen, dass man Schutz suchen soll, sobald Donner gehört wird. Liegen zehn Sekunden oder weniger zwischen Blitz und Donner, besteht Lebensgefahr. Erst 30 Minuten nach dem letzten Donner kann Entwarnung gegeben und die Outdoor-Aktivität fortgesetzt werden. Rad- und Motorradfahrer müssen die Fahrt bei Gewitter auf jeden Fall unterbrechen, ein schützendes Gebäude aufsuchen oder mindestens drei Meter entfernt vom Fahrzeug in die Hocke gehen, möglichst auf Asphalt.

Während des Gewitters sollten Betroffene keinesfalls den höchsten Punkt im Gelände bilden und nicht als Gruppe Schutz suchen, sondern einen Abstand von mindestens einem Meter zu anderen Personen, zu Wänden, Stützen, Metallzäunen und anderen Gegenständen einhalten. Zudem sollten sie die Nähe zu besonders einschlaggefährdeten Objekten wie Bäumen, Deichen oder Bergspitzen vermeiden, da hier die Gefahr eines Überschlags oder einer hohen Schrittspannung besteht.

Wer sich in der Nähe von Metallmasten, unter Freileitungen oder unter einem überhängenden Dach eines Gebäudes aufhält, ist gegen den direkten Blitzschlag geschützt. Mindestens einen Meter Abstand, besser drei Meter, muss man dann zu Wänden, Stützen, insbesondere zu Teilen des Blitzschutzsystems einhalten. Dabei halten Sie die Füße geschlossen.

Besonders gefährlich sind Bäume: Ein Abstand zum Stamm und allen Ästen von 10 Meter ist optimal. Wichtig ist außerdem die richtige Körperhaltung während des Gewitters: Die Experten raten mit geschlossenen Füßen in die Hocke zu gehen.

Werden trotzdem Personen vom Blitz getroffen, ist die sofortige Erste Hilfe lebensrettend. Die Überlebenschancen sind dabei hoch: Nur etwa 30 Prozent der vom Blitz getroffenen Personen überleben das Ereignis nicht. Die Broschüre gibt deshalb eine kurze Einführung in die Erste Hilfe bei Blitzunfällen. Blitzschutzsysteme für Gebäude werden im abschließenden Kapitel erläutert.

Die Broschüre ist kostenfrei zum Download erhältlich unter www.vde.com/blitzschutz.