Arbeiten bei Würth Elektronik eiSos »Mich motivieren nachhaltige Produkte«

Harun Özgür, Division Manager LEDs, Optoelectronics mit Kollegin und Produktmanagerin Sarah Giersch.

Harun Özgür leitet als Division Manager LEDs Optoelectronics ein noch kleines, aber stark wachsendes Team aus Produktmanagern, die mehr Aufgaben haben, als klassischerweise die Hochschule vermittelt. Etwa Horticulture-LEDs für Indoor-Gewächshäuser entwickeln.

Als Harun Özgür vor zehn Jahren als DHBW-Student zu Würth Elektronik eiSos stieß, gab es für die passiven Bauelemente einen Produktkatalog. Inzwischen ist das Portfolio längst gewachsen – für Zukunftsprojekte wie Sensoren, Horticulture und weitere optische Bauteile – und umfasst inzwischen fünf eigene Kataloge.
Auch dank Özgür. Denn als der junge Produktmanager im Bereich passive Bauelemente immer öfter laut kreativ nachdachte, erkannten seine Vorgesetzten sein Potenzial und erteilten ihm die Aufgabe, neue Geschäftsfelder über das klassische Emitter-, Detektoren- und Sensoren-Programm für Würth Elektronik eiSos zu erobern.
»Das hat mich als Entwickler gereizt«, erzählt Özgür. Mit seinem Team scannt Özgür heute den Markt nach neuen Einsatzmöglichkeiten und innovativen Geschäftsmodellen ab. Diese Leidenschaft zur Innovation sei ein großer Antreiber in seinem Team, erzählt er, um die Produkte für den Kunden immer funktionaler, wirtschaftlich und ressourcenschonend bauen zu können.

Özgür ist genauso sehr Tech-Enthusiast wie Sportler. In seiner Freizeit macht er mit Freunden Freeletics, am Arm eine moderne Uhr, die nicht nur den Puls abtastet, sondern auch den Sauerstoffgehalt im Blut misst. »Smart Devices sind auch ein wichtiger und interessanter Wachstumsmarkt für unsere LED-Technologien und ein sehr interessantes Aufgabengebiet«, erzählt er.

Genauso wie ein weiteres Einsatzfeld: der ressourcen- und platzsparende Anbau von Nahrungsmitteln.

Ein Großteil der Gewächshausanlagen weltweit nutzt natürliches Sonnenlicht. Doch gesunkene Preise und technische Weiterentwicklung von Leuchtdioden befeuern Megatrends wie „Urban Farming“, also Gartenbau mitten in der Stadt. Dabei wird unter Ausnutzung von leer stehenden und nicht genutzten Flächen in die Höhe gebaut statt in die Breite.

Moderne LEDs bieten die Möglichkeit, Licht spezifischer Wellenlängen zu emittieren, und sind klein, robust, langlebig und energieeffizient. Der Anbau von Nahrungsmitteln auch ohne Sonnenlicht ist damit machbar, spart Platz und CO2, weil Transportwege entfallen. In Grow-Boxen für zuhause, aber auch gewerbsmäßig im großen Stil.

Richtig verbaut, verringern LEDs die Schattenbildung, die Tomaten reifen gleichmäßig und werden überall gleich rot. Damit erhöht sich der Output für den Gärtner, weil alle gleichmäßig genug Licht abbekommen. Dank der unterschiedlichen Lichtwellenlängen je nach Entwicklungsstadium der Pflanzen kann man in alten Bunkern oder Fabrikhallen Gartenbau betreiben. Selbst Erde ist nicht mehr nötig, das Gemüse gedeiht auch auf Substrat.

Würth Elektronik eiSos stellt solche Horticulture-LEDs für Indoor-Gewächshäuser her; die Waldenburger liefern sie an Lichthersteller und Systemanbieter.

Wie geht man solch neue Geschäftsmodelle an und plant Innovationen im Team? Özgür muss kurz überlegen, lacht dann: »Ich zum Beispiel schaue gerne TV-Dokus. Alles, was mit Licht zu tun hat, ist automatisch interessant für mich!«

Der Gedanke, gesundes Gemüse regional und energie- und ressourcensparend anbauen zu können, hatte ihn schon länger beschäftigt. Die Idee schien reif, also Mindmap: Was spricht dafür? Technische Machbarkeit, Nachhaltigkeit, Nahrungssicherung, Regionalität, Frische – Ergebnis: ganz klar ein Wachstumsmarkt.

Özgür und sein Team wussten bereits um die Vorteile von LED-Licht zur Algenzucht und für aquaponische Systeme. »Wir haben geschaut, was es am Markt gibt, was man machen könnte, und mit unseren Technologien abgeglichen.« Dazu Whitepaper gelesen und mit den Produktmanagern diskutiert, darauf geachtet, ob der Funke überspringt. »Das ist ganz wesentlich«, weiß Özgür: »Ich habe Kollegen, die fühlen sich pudelwohl mit Detektoren, andere mit Emittern, der nächste mit Nischen-Applikationen.«

Ein wichtiges Ziel ist bei der Suche nach neuen Einsatzfeldern und Produkten am Ende immer auch Ressourcenschonung und Energieeffizienz. »Das reine Profiterhöhen ist meistens gar nicht unser erstes Ziel. Wenn wir etwas an einem Produkt ändern, ändern wir es immer, damit es besser wird.« Der Kunde eine bessere Lichtausbeute erhält, weniger Material benötigt. »Das heißt aber nicht unbedingt, dass es günstiger wird für den Kunden – sein Nutzen steht im Vordergrund! Wir investieren in die Zukunft.«

Produktmanager sind bei Würth Elek­tronik eiSos immer auch Produktentwickler und haben mehr Aufgaben, als man klassischerweise an der Hochschule lernt. »Wir kümmern uns auch um die Technik. Das macht die Arbeit so abwechslungsreich. Ich würde mich ohne diesen technischen Fokus langweilen, ganz ehrlich gesagt«, überlegt Özgür. Seine Mannschaft und er wüssten um alle technischen Details der Bauelemente und verbesserten diese ständig weiter. Sie gehen selbst in die Labore, um zu messen und zu testen. »Deshalb wissen wir im Gespräch mit dem Kunden ganz genau, warum ein neues Detail besser ist, weil wir es ja selbst optimiert haben.«

Das bedeutet, dass Hochschulabsolventen, die frisch bei Würth Elektronik eiSos starten, bei Özgür erstmal gründlich „in die Lehre“ gehen müssen. »Ich investiere ganz bewusst meine Zeit in die neuen Kollegen. Wir tauschen uns aus, diskutieren, recherchieren gemeinsam. Er oder sie wird technisch fit gemacht, z.B. auch im Labor: Wie messe ich richtig und was messe ich? Im Grunde ist das auch ein enger Erfahrungsaustausch, bei dem neue Produkte gleich mit einbezogen werden. Dazu kommen Hospitanzen in anderen Abteilungen.«

Bis zu zwei Jahre dauere es, bis ein Junior-Produktentwickler dank „Training on the Job“ so weit ist, dass er seine Aufgaben völlig selbstständig erledigen kann. Gut investierte Zeit, wie Özgür erklärt: »Gegenseitiges Verständnis der jeweils anderen Aufgaben minimiert Missverständnisse. Denn solche aufzuklären kostet noch viel mehr Zeit, Nerven und Geld. Fehler in der Entwicklung müssen wir postwendend selbst überarbeiten – also lieber gleich zu Anfang mehr Zeit investieren.«

Wie sieht ein typischer Arbeitstag im Produktmanagement von Würth Elektronik eiSos aus? »Unsere Arbeit hier ist an jeder Stelle kreativ und kein Arbeitstag ist von morgens bis abends planbar«, überlegt Özgür. Obwohl er und seine Kollegen und Kolleginnen als Entwickler tief in der Technik stecken, haben sie viel Kundenkontakt. Wenn einer Hilfe braucht, hat das Vorrang: Schnell zum Ergebnis, agiles Arbeiten ohne Bürokratie, gemäß dem Firmen-Slogan lautet das Motto auch intern „more than you expect“. Dabei geht es immer auch um offene und ehrliche Kritik am Bauteil; »darauf sind wir angewiesen, der Kunde ist unser Partner«, erklärt Özgür. Auch die über 700 Außendienstmitarbeiter holen sich in Özgürs Abteilung Feedback und Hilfe, wenn sie selbst nicht mehr weiter wissen.

Was noch mit zur Aufgabe gehört: Schauen, wo die Grenzen eines Bauteils liegen. Neue Produkte planen, Vorschläge für Emitter- und Sensorbauteile machen, markgerechte Produkte definieren nach einer systematischen Marktrecherche. Alles in enger Abstimmung mit den weltweiten Fertigungsstätten.

»Ohne das Produktmanagement läuft im Unternehmen nichts«, schmunzelt Özgür. »Wir entwickeln stetig innovative Produkte, haben die Produkthoheit und treffen 95 Prozent der Entscheidungen in enger Abstimmung mit weiteren Abteilungen. Jeder Produktmanager ist ein Unternehmer im Unternehmen; wenn er wie mit seinem eigenen Geld umgeht, ressourcenschonend und zukunftsorientiert denkt, ist er erfolgreich.«

Die Anforderungen an neue Teammitglieder? Interesse an Halbleitern und optischen Bauteilen sowie ein „ausgeprägtes technisches Verständnis“ wünscht sich Özgür von Bewerbern, Männern wie Frauen. Dabei sind sowohl Uni-Absolventen als auch Berufserfahrene gesucht. Englisch ist Pflicht, muss aber nicht von Anfang an perfekt sein; die Fachbegriffe dürfen mit der Zeit reifen.

Würth Elektronik eiSos sucht mehrere Produkt-entwickler/innen Optoelektronik
für Zukunftsprojekte wie Horticulture oder Smart Devices

Ob frisch von der Uni oder mit Berufserfahrung, neue Kollegen übernehmen nach einer Einarbeitungsphase folgende Aufgaben:

  • Produktplanung im Bereich der optoelektronischen Emitter- oder Sensorbauteile
  • Definition und Entwicklung von marktgerechten Produkten in enger Abstimmung mit den weltweiten Fertigungsstätten
  • Marktbeobachtung und -recherche, ­Wettbewerbsanalyse
  • Aufbau von Produkt- und Applikationswissen
  • Technische Kundenberatung und Schulung des Vertriebs

Optimal wäre ein erfolgreich abgeschlossenes Studium im Bereich Elektrotechnik, Optoelektronik/Laser­technik, Physik, Nanotechnologie o.ä., gerne auch erste Erfahrungen in der optoelektronischen Halbleiterindustrie oder der Produktentwicklung von optischen Bauelementen.