Mathematikstudium Masterandinnen-Programm mit kleinem i

Mit einem Plakat wirbt das WIAS für sein neues Masterandinnen-Programm in Mathematik.
Mit einem Plakat wirbt das WIAS für sein neues Masterandinnen-Programm in Mathematik.

Im Mai startete am WIAS ein eigenes Masterandinnen-Programm. Darin werden Studentinnen als wissenschaftliche Hilfskräfte in ein konkretes Forschungsprojekt eingebunden und schreiben ihre Masterarbeit. Das soll dabei helfen, Frauen in der Wissenschaft zu halten.

Im Mathematik-Studium sind Studentinnen zwar schon schon lange nicht mehr unterrepräsentiert. Aber  in der Wissenschaft bleiben die wenigsten. Prof. Dietmar Hömberg vom Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik (WIAS): „Obwohl wir beim Mathematik-Studium einen großen Anteil an Absolventinnen haben, bricht der Frauenanteil bei den Bewerbungen für die Promotion schlagartig ab. Wir haben uns überlegt, wie wir guten Studentinnen eine Brücke bauen können, bevor sie aus der Wissenschaft abwandern.“

Im Mai startete am WIAS ein Masterandinnen-Programm. Darin werden Studentinnen als wissenschaftliche Hilfskräfte in ein konkretes Forschungsprojekt eingebunden. Im Rahmen dieser Tätigkeit können sie – betreut vom WIAS – ihre Masterarbeit schreiben. Die Mitarbeit an spannenden Forschungsprojekten in einem internationalen Umfeld und die WIAS-typische Anwendungsnähe bieten einen hervorragenden Startpunkt für eine berufliche Karriere sowohl in Industrie und Wirtschaft als auch in der Forschung.

So schreibt etwa die Studentin Kathrin Völkner ihre Masterarbeit am WIAS: „So bekomme ich einen Einblick in aktuelle Forschung in der Mathematik. Das hilft mir sicher bei der Entscheidung, ob ich hinterher in der Wissenschaft bleiben möchte.“

Kathrin Völkner findet den Aspekt der Frauenförderung sehr wichtig. Zum Beginn ihres Studiums habe es unter den Studierenden eine Tendenz unter den männlichen Kommilitonen gegeben, sich selbst sehr viel zuzutrauen, während einige Frauen in der Einschätzung ihrer eigenen Fähigkeiten weniger selbstbewusst auftraten.

Dadurch wurden sie häufig unterschätzt. „Im Laufe des Studiums hat sich das aber gegeben,“ berichtet Kathrin Völkner. „Die Frauen konnten einfach fachlich überzeugen, das hat dann die Wahrnehmung bei vielen verändert.“

Auch Luisa Plato schätzt diese Chance am WIAS: „Mich interessieren vor allem die Anwendungen der Mathematik.“ Sie wird sich in ihrer Masterarbeit mit biologischer Schädlingsbekämpfung befassen: Wie können Nützlinge sinnvoll gegen Schädlinge eingesetzt werden?

Luisa Plato hält das Masterandinnen-Programm für einen guten Ansatz, um Frauen für die Wissenschaft zu gewinnen. Dies könne aber nur ein Baustein sein: „Man müsste die Mädchen schon in der Schule gezielter für Mathematik begeistern, und nach dem Studium ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein sehr wichtiges Thema.“