IT verdrängt Ingenieure Maschinenbau- und Elektroningenieure fallen zurück

Die zehn am häufigsten gesuchten Berufe hat der DEKRA Arbeitsmarktreport 2018 ermittelt.
Die zehn am häufigsten gesuchten Berufe hat der DEKRA Arbeitsmarktreport 2018 ermittelt.

Softwareentwickler und –Programmierer hatten im Frühjahr erstmals den größten Anteil am Stellenmarkt. Maschinenbau- und Elektroingenieure sind auf den zwölften Platz zurückgefallen. Für den DEKRA Arbeitsmarkt-Report 2018 wurden 12.966 Stellenangebote ausgewertet.

In diesem Jahr befinden sich weder Maschinenbauer noch Elektroingenieure unter den ersten zehn Plätzen des DEKRA Arbeitsmarkreports 2018. Sie teilen sich nun den zwölften Platz.

Ein Novum für Elektroingenieure, die seit 2008 zu den Top-Ten-Berufen zählten. Architekten und Bauingenieure profitieren hingegen vom anhaltenden Bauboom.

»Junge Menschen brauchen bei der Berufswahl trotz der Entspannung keinen Schweinezyklus im Ingenieurwesen befürchten. Der Bedarf wird hoch bleiben und die Demografie tut das ihre dazu«, kommentiert Jörg Mannsperger, Geschäftsführer der DEKRA Akademie das Ergebnis. »In den nicht-akademischen technischen Berufen spitzt sich die Situation weiter zu: Elektroniker gehören seit Jahren zu den begehrtesten Fachkräften und auch Mechatroniker verzeichnen einen Höchststand innerhalb ihres Berufsfeldes.«

Höchster Personalbedarf in IT und Vertrieb

Die Berufe in der Stichprobe verteilen sich auf 28 Berufsfeldgruppen bzw. Tätigkeitsfelder. Knapp die Hälfte aller Stellenangebote wurde in den ersten fünf Tätigkeitsfeldern ausgeschrieben (46 %). IT-Berufe haben den mit Abstand höchsten Anteil an der Stichprobe. Ebenso suchen Arbeitgeber für den Bereich Verkaufsberatung/Vertrieb regelmäßig viele neue Mitarbeiter. Gleich drei Vertriebsberufe befinden sich unter den Top Ten.

In diesem Zusammenhang ist die Entwicklung bei Call-Center-Agents interessant: Sie liegen derzeit auf Platz 16 im Ranking der gesuchten Berufe (2017: Platz 9) und ihr Anteil innerhalb des Berufsfeldes Beratung ist das dritte Jahr in Folge deutlich unter der 10-Prozent-Marke geblieben. Vermutlich macht sich hier der tiefgreifende Wandel des Tätigkeitsfeldes bemerkbar, über den auch die weiter starke Präsenz der Vertriebspositionen in der Gesamtstichprobe nicht hinwegtäuschen kann. Unternehmen setzen im Kontakt mit (potenziellen) Kunden zunehmend neue Technologien wie Chats, Künstliche Intelligenz sowie Augmented und Virtual Reality ein.

Positionen im Bereich Elektronik befinden sich an der siebten Stelle und damit so weit vorne wie noch nie seit Erhebungsbeginn (2017: Platz 10). Der Anteilsrückgang in der Gesundheits-, Sozial- und Rechtspflege gleicht hingegen vor allem den überdurchschnittlich starken Anstieg im vergangenen Jahr aus.

Gut jedes zehnte Jobangebot richtet sich an Bewerber mit Führungserfahrung (11,5 %). Die Quote an Stellen mit Personalverantwortung ist damit stabil geblieben. Vor allem ambitionierten Projektmanagern bieten sich vielfältige Jobchancen, fast jede dritte Position mit Personalverantwortung ist für sie ausgeschrieben (32,6 %). Dies dürfte weiter so bleiben, zumal Projektarbeit tendenziell zunimmt.

Im Kernerhebungszeitraum vom 19. bis 25. Februar wurden Stellenanzeigen in elf deutschen Tageszeitungen, zwei Online-Jobbörsen und zwei sozialen Netzwerken ausgewertet.