Überstunden steigen wieder Kurzarbeit läuft langsam aus

Die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland fällt. Im ersten Quartal des Jahres waren es rund 933.000, nach 1,12 Millionen im dritten und 984.000 im vierten Quartal des Jahres 2009. Die durchschnittliche Arbeitszeit nahm erstmals seit Beginn der Wirtschaftskrise wieder spürbar zu.

Die Zahl der Kurzarbeiter ist weiter gefallen, auf zuletzt rund 933.000 Menschen. »Nachdem flexible Arbeitszeiten und Kurzarbeit im Jahr 2009 die Wucht der Wirtschaftskrise am deutschen Arbeitsmarkt abgefangen haben, wird im Zuge der wirtschaftliche Belebung wieder länger gearbeitet«, erklären die IAB-Arbeitsmarktforscher Eugen Spitznagel und Susanne Wanger.

Der Abbau von Guthaben auf den Arbeitszeitkonten läuft aus, und es werden wieder etwas mehr bezahlte Überstunden geleistet. Im ersten Quartal 2010 waren das wöchentlich rund 0,8 bezahlte Überstunden, knapp 0,15 Stunden mehr als im Vorjahr. Erfahrungsgemäß, so das IAB, kämen zu den bezahlten in ungefähr der gleichen Größenordnung unbezahlte Überstunden hinzu.

Die tarifliche bzw. betriebsübliche Arbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten wurde wieder etwas länger und lag im ersten Quartal 2010 bei 38,14 Wochenstunden. Durch die wirtschaftliche Belebung lasse der Beschäftigungsrückgang in der Industrie jetzt allmählich nach, meldet das IAB. Die Teilzeitbeschäftigung nehme weiter kräftig zu, aber nicht mehr so stark wie im Jahr 2009.

Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen – das ist die Summe aller geleisteten bezahlten Arbeitsstunden – nahm im ersten Quartal um 1,0 Prozent zu. Da die gesamtwirtschaftliche Produktion um 1,7 Prozent größer war als im Vorjahr, erhöhte sich die Produktivität je Arbeitsstunde erstmals seit 18 Monaten wieder und lag um 0,7 Prozent über ihrem Vorjahreswert, so das IAB.