Mecklenburg-Vorpommern Kündigungswelle in Metall- und Elektroindustrie befürchtet

Die Corona-Krise sorgt für einen temporären Umsatzrückgang in der Internetwirtschaft im Jahr 2020.

In der Metall- und Elektroindustrie in Mecklenburg-Vorpommern droht einer Umfrage des Branchenverbandes Nordmetall zufolge eine Kündigungswelle.

Jedes vierte der befragten Unternehmen (26 Prozent) befürchtet in den nächsten vier Monaten betriebsbedingte Kündigungen, wie Nordmetall am Dienstag mitteilte. An der Blitzumfrage nahmen den Angaben zufolge 37 Unternehmen mit zusammen rund 6000 Beschäftigten teil. Sie sei repräsentativ.

Schiff- und Fahrzeugbau seien von den Folgen der Corona-Krise besonders stark betroffen, aber auch im Maschinenbau und in der Zulieferindustrie hinterlasse sie deutliche Spuren, erklärte Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch.

Der Zusammenbruch vieler Märkte und der Logistikketten sowie die Arbeitseinschränkungen wirkten sich mittel- und langfristig negativ aus. Die Aussichten hätten sich seit dem Beginn der Pandemie weiter verschlechtert, so der geschäftsführende Gesellschafter der SEAR GmbH in Rostock.

Die Kapazitätsauslastung der Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern sei auf 74 Prozent eingebrochen, der erwartete Umsatzrückgang liege bei 23 Prozent. Die durchschnittliche Arbeitszeitreduzierung erreiche aktuell 40 Prozent, Kurzarbeit werden von 51 Prozent der befragten Firmen genutzt.

Ein Drittel der Unternehmen, die noch keine Kurzarbeit haben, plane dies für die Zukunft. Fast zwei Drittel - 63 Prozent - der befragten Firmen rechneten mit Umsatzeinbrüchen. Betriebsbedingte Kündigungen habe es bislang in 3 Prozent der Firmen gegeben.

Lambusch forderte für die Wirtschaft kurzfristig schnell wirkende Konjunkturprogramme. Langfristig brauche die Industrie deutliche Steuer- und Abgabenerleichterungen.