Stellenmarkt Jobmotor Technologisierung

Blutwerte eines Patienten werden drahtlos per Smartphone an einen Arzt übermittelt.
Beispiel HealthTech: Blutwerte eines Patienten werden drahtlos per Smartphone an einen Arzt übermittelt.

Die Jobplattform Joblift hat 15 Millionen Online-Inserate der letzten beiden Jahre durchforstet und festgestellt: Die Tech-Branche schreibt dreimal mehr Jobs aus als der branchenübergreifende Durchschnitt.

Insgesamt schrieben die unterschiedlichen Tech-Bereiche über 53.000 Jobangebote in den letzten 24 Monaten aus.

Anhand der Anzahl der veröffentlichen Inserate hat Joblift die Top Fünf Technologiesektoren bestimmt: FinTech (13.000 Jobangebote), HealthTech (5.700), PropTech (5.600), TravelTech (5.100) und LegalTech (1.800).

Somit entstanden in den Top Fünf Tech-Sektoren rund 31.200 Stellen, während insgesamt 15 Millionen Jobs branchenübergreifend in Deutschland inseriert wurden.

Der Anteil der Top Fünf entspricht zwar gerade einmal einen Anteil von unter 1 % am gesamten Stellenmarkt, allerdings kam es zu einem durchschnittlichen Stellenwachstum von 50 % im Vergleich zum Vorjahr.

Das höchste Wachstum konnte LegalTech mit 150 % verzeichnen. FinTech hingegen bildete zwar den Sektor mit den meisten Jobangeboten, dieser wuchs im Vergleich zum Vorjahr allerdings nur um 51 %. Auf dem letzten Platz landete TravelTech mit einem Anstieg von 26 %. Zum Vergleich: Der gesamtdeutsche Stellenmarkt wuchs im selben Zeitraum um 15 %.

Dass Digitalisierungskonzepte vornehmlich in Startups entwickelt werden, kann durch die Analyse nicht belegt werden und hängt stark von den Branchen ab. Im HealthTech Bereich etwa stammten nur nur 30 % der ausgeschriebenen Jobs von Unternehmen mit unter 50 Mitarbeitern. Stattdessen wurden knapp zwei Drittel der Gesuche in Großkonzernen mit über 1.000 Mitarbeitern inseriert.

Fachkräftemangel im Tech-Bereich: Stellen bleiben 30 % länger unbesetzt

Die Stellenausschreibungen der einzelnen Bereiche blieben ungewöhnliche lange unbesetzt. Während Inserate im branchenübergreifenden deutschen Durchschnitt rund 36 Tage geschaltet waren, fiel die Vakanzzeit in den unterschiedlichen Tech-Bereichen mit zehn Tagen mehr um fast ein Drittel länger aus.

Das deute darauf hin, dass die Bereiche erhebliche Probleme haben, die passenden Fachkräfte zu rekrutieren, folgert Joblift. Ein Fünftel der Stellenausschreibungen richtete sich an IT-Fachkräfte. HealthTech besetzte offene Stellen am schnellsten, durchschnittlich nach 42 Tagen und somit 12 Tage früher.

Hoher Akademisierungsgrad: Über 78 % der Stellen fordern einen Hochschulabschluss

Einen weiteren Grund für die lange Vakanzzeit könnte außerdem der hohe Akademisierungsgrad der ausgeschriebenen Stellen darstellen.

Im Durchschnitt der untersuchten Tech-Branchen forderten 78 % der inserierten Stellen einen Bachelor- oder Masterabschluss, nur in 18 % der Fälle reichte ein Bachelorabschluss aus.