Bitkom-Umfrage Jeder Zweite will Vertrauensarbeitszeit und Recht auf Homeoffice

Digitalkompetenz wird immer wichtiger für beruflichen Erfolg

Eng damit verbunden ist die Digitalisierung der Arbeitswelt: Schon neun von zehn Berufstätigen (91 Prozent) messen digitalen Technologien eine große Bedeutung für ihr Arbeitsleben bei (2017: 80 Prozent). Die Mehrheit (55 Prozent) rechnet damit, dass sich ihr Arbeitsplatz bis 2030 durch neue Technologien verändern wird – Sorge vor einem Job-Verlust haben aber nur die wenigsten (8 Prozent).

Insgesamt sehen zwei Drittel (66 Prozent) in der Digitalisierung eine Chance für ihre berufliche Situation, ein Drittel (32 Prozent) eine Gefahr. Das sind die zentralen Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 1.002 Berufstätigen in Deutschland zwischen 16 und 65 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Digitalkompetenz wird immer wichtiger für beruflichen Erfolg

Im Job wird Digitalkompetenz immer mehr zur Schlüsselqualifikation. Schon drei von zehn Berufstätigen (30 Prozent) meinen, Digitalkompetenz werde künftig die wichtigste Fähigkeit überhaupt für ihren Arbeitsplatz sein. 2017 waren es erst 8 Prozent. Sieben von zehn (68 Prozent; 2017: 77 Prozent) glauben, Digitalkompetenz werde zumindest genauso wichtig sein wie fachliche oder soziale Kompetenz.

Dass Digitalkompetenz künftig von untergeordneter Bedeutung sein werde, glaubt mittlerweile niemand mehr (0 Prozent). 2017 waren es noch 11 Prozent. Entsprechend positiv sind die allgemeinen Einstellungen gegenüber der Digitalisierung der Arbeitswelt und des eigenen Arbeitsplatzes.

Jeweils eine Mehrheit der Berufstätigen sagt, digitale Technologien seien unerlässlich, um die Arbeit zu erledigen (78 Prozent), würden bei der Arbeit motivieren (67 Prozent) und die Arbeit produktiver machen (62 Prozent). Jeweils eine Minderheit sieht die Nachteile, dass digitale Technologien oft nicht so funktionieren, wie sie sollten (34 Prozent), für zu viele Informationen auf zu vielen Kanälen sorgen (23 Prozent) und Stress hervorrufen (11 Prozent) würden.

New Work: Persönliche Wünsche und gesellschaftliche Ansprüche

Mit New Work verbinden Berufstätige persönliche Wünsche und gesellschaftliche Ansprüche. Auf persönlicher Ebene möchten sich nahezu alle (96 Prozent) ihre Arbeitszeit frei einteilen können. 94 Prozent sagen, dass es ihnen wichtig ist, einer sinnstiftenden Tätigkeit nachzugehen. 93 Prozent wünschen sich flache Hierarchien. 90 Prozent möchten ihre Leistungs- und Lernziele selbst festlegen. 82 Prozent wollen eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Und 71 Prozent befürworten regelmäßig wechselnde Arbeitsaufgaben, also Job-Rotation. Auf gesellschaftlicher Ebene haben Berufstätige hohe Ansprüche an Arbeitgeber. 96 Prozent bekräftigen, ihr Arbeitgeber sollte Werte vertreten, mit denen sie sich identifizieren können. 92 Prozent finden, ihr Arbeitgeber sollte gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Und 72 Prozent sind der Ansicht, dass auch Führungskräfte in Teilzeit arbeiten können sollten.

Gleichstellung ist auch Männern wichtig

Die Gleichstellung der Geschlechter ist Berufstätigen ein wichtiges Anliegen. Praktisch alle (97 Prozent) fordern, dass Frauen und Männer für gleiche Arbeit auch gleich bezahlt werden sollten. Diese Forderung wird von Frauen und Männern gleichermaßen erhoben. Acht von zehn (79 Prozent) meinen, dass divers zusammengesetzte Teams, etwa mit Unterschieden in Geschlecht, Alter oder Herkunft, bessere Arbeitsergebnisse liefern. In den Chefetagen ist das Thema nach Meinung der meisten angekommen: Neun von zehn (87 Prozent) sagen, ihr Arbeitgeber nehme das Thema Gleichstellung ernst. Allerdings erklären lediglich sechs von zehn (57 Prozent), bei ihrem Arbeitgeber gebe es Frauen in Führungspositionen.