Nachwuchs IT-Nerds mit Empathie gesucht

Wünscht dir was in der Personalabteilung: Zwei Drittel der stark digitalisierten Unternehmen in Deutschland erwarten von der Belegschaft IT-Fachwissen. Aber soziale Kompetenzen werden immer wichtiger, heißt es in der Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Die Autoren befragten 1.400 Personalleiter und Geschäftsführer. Während sich früher nur einzelne Mitarbeiter mit Computer und Internet auskennen mussten, erwarten Unternehmen das zunehmend von einem Großteil ihrer Mitarbeiter. „Klar ist: Wer sich in einem digitalen Arbeitsumfeld bewegt, muss mit der entsprechenden Technik umgehen können“, erklärt IW-Arbeitsmarktexperte Oliver Stettes. „Das reicht aber noch nicht, denn das Internet macht die Arbeit zeitlich flexibler, dezentraler und selbständiger.“ Dies ermöglicht neue Formen der Zusammenarbeit. Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit und Selbstorganisation werden daher noch wichtiger als sie heute bereits sind – davon sind acht von zehn der stark digitalisierten Betriebe überzeugt.

Die Analyse der Kölner bestätigt das Weltwirtschaftsforum. Die Schweizer definieren als wichtigste Fähigkeiten im Jahr 2020: Kreativität, Problemlösungskompetenz und kritische Analysefähigkeit. Auch emotionale Intelligenz landet unter den Top 10 der Fähigkeiten.

Kommt das Pflichtfach Informatik?

Bei der Frage, wie und wo digitale Fähigkeiten vermittelt werden sollen, fällt das Votum der Firmen in der Studie des IW eindeutig aus: Mehr als acht von zehn der bereits stark digitalisierten Betriebe wünschen sich, dass bereits in Schulen und Unis mehr Computerkenntnisse vermittelt und Medienkompetenzen gestärkt werden, weil der verantwortungsbewusste berufliche Umgang mit dem Internet für viele Beschäftigte immer wichtiger wird.

Doch auch die Unternehmen selbst werden aktiv: Damit Beschäftigte zum Beispiel berufliches Erfahrungswissen aufbauen, erhalten und weiterentwickeln können, setzen Firmen unter anderem auf altersgemischte Teams und den systematischen Wissenstransfer. Jedes zweite der stark digitalisierten Unternehmen ist in dieser Hinsicht bereits gut aufgestellt, aber nur jedes vierte der wenig digitalisierten Unternehmen.