Spezialisten verdienen inzwischen auch bei Mittelständlern gut Ingenieurgehälter steigen um 3,5 Prozent

Christian Näser, Kienbaum: »Keiner weiß, wie nachhaltig die konjunkturelle Erholung ist. Momentan werden die Lager wieder aufgefüllt. Doch was kommt danach?«
Christian Näser ist Vergütungsexperte bei der Management- und Personalberatung Kienbaum.

Die Unternehmen in Deutschland haben die Grundgehälter ihrer Fach- und Führungskräfte im technischen Bereich im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 3,5 Prozent angehoben, so das Ergebnis einer neuen Kienbaum-Studie. Bei den Führungskräften stiegen die Gehälter im Schnitt um 3,4 Prozent, bei den Fachkräften sogar um 3,7 Prozent.

Für die Studie hat die Managementberatung Kienbaum die Daten von 2.218 Führungspositionen und 2.007 Spezialisten im technischen Bereich in 550 Unternehmen untersucht.

„Die Gehälter der Fach- und Führungskräfte mit technischem Know-how steigen weiter kontinuierlich, denn Mitarbeiter mit einer solchen Qualifikation sind rar auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Der Mangel an qualifizierten Bewerbern in diesem Bereich wird in den nächsten Jahren eklatant bleiben, auch wenn sich die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland zusehends abschwächt – entsprechend positiv werden sich auch die Gehälter der Mitarbeiter in technischen Funktionen entwickeln“, sagt Christian Näser, Vergütungsexperte bei Kienbaum.

Die Unternehmensgröße beeinflusst die Vergütung der Spezialisten in technischen Funktionen kaum: Ein Senior-Spezialist verdient in einem Unternehmen mit 2.000 bis 5.000 Mitarbeitern im Schnitt nur elf Prozent mehr als in einer Firma mit 50 bis 100 Beschäftigen. Das Gehaltsniveau der Junior Spezialisten verändert sich ebenfalls kaum mit steigender Unternehmensgröße: Ihr durchschnittliches Jahresgehalt beträgt 50.000 Euro.

Bei den Führungskräften steigt die Vergütung dagegen mit zunehmender Unternehmensgröße deutlich an: In der operativen und mittleren Führungsebene ist die Vergütung in einem Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten rund 40 Prozent höher als in einem Unternehmen mit lediglich 50 bis 100 Mitarbeitern. Führungskräfte der ersten Hierarchieebene können ihr Gehalt bei einem Wechsel von einem kleinen zu einem großen Unternehmen sogar verdoppeln.

„Der Fach- und Führungskräftemangel wird auch in den kommenden Jahren eine große Herausforderung bleiben. Im Kampf um die besten Talente ist die Vergütung ein wichtiger Aspekt, um Mitarbeiter zu rekrutieren und an das Unternehmen zu binden. Speziell für mittelständische Unternehmen ist die Suche nach geeignetem Personal häufig schwieriger, zum Beispiel wegen ihres ländlichen Standortes. Sie locken Spezialisten deshalb häufig mit finanziellen Anreizen“, sagt Kienbaum-Vergütungsexperte Christian Näser.

Einsteiger in Forschung und Entwicklung verdienen am besten: 

Das Einstiegsgehalt der Absolventen aus dem Bereich Forschung und Entwicklung ist am höchsten: Mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von mehr als 45.600 Euro gehören die Berufseinsteiger in Forschung und Entwicklung zu den am besten bezahlten Nachwuchskräften. Im Gehaltsranking der Führungskräfte  liegt der Leiter Forschung und Entwicklung mit im Schnitt jährlich 116.000 Euro um 51.000 Euro unter dem Spitzenverdiener, der Technischen Gesamtleitung mit Jahresgesamtbezügen von durchschnittlich 167.000 Euro. Schlusslicht der Gehaltsrangliste unter den Führungspositionen ist der Leiter Lager mit 63.000 Euro.