Vier von fünf Hochschulabsolventen benötigen weniger als zehn Bewerbungsschreiben Ingenieure gestalten die Zukunft

Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer, VDE-Vorstandsvorsitzender: "Der Fachkräftemangel ist im Kern vor allem ein Ingenieur- und Technikermangel, insbesondere auf den innovativen Feldern der Elektro- und IT-Branche. Und daran kann es keinen Zweifel geben. Unter Elektroingenieuren herrscht auch in Zeiten der Krise quasi Vollbeschäftigung."
Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer, VDE-Vorstandsvorsitzender: "Der Fachkräftemangel ist im Kern vor allem ein Ingenieur- und Technikermangel, insbesondere auf den innovativen Feldern der Elektro- und IT-Branche. Und daran kann es keinen Zweifel geben. Unter Elektroingenieuren herrscht auch in Zeiten der Krise quasi Vollbeschäftigung."

Ingenieurinnen und Ingenieuren in der Elektro- und Informationstechnik gehört die Zukunft. Es gibt zurzeit wohl kaum eine andere Berufsgruppe, die sich so exzellenter Karrierechancen erfreut – und das in einem krisenfesten, abwechslungsreichen Beruf mit attraktiven Verdienst- und Karrierechancen und einer wachsenden Zahl faszinierender Tätigkeitsfelder.

Ingenieurinnen und Ingenieuren in der Elektro- und Informationstechnik gehört aber nicht nur die Zukunft, sie gestalten die Zukunft auch selbst aktiv mit. Ohne Elektro- und Informationstechnik lassen sich die Zukunftsaufgaben in den Bereichen Energie, Kommunikation, Mobilität und
Gesundheit nicht lösen. Und in immer mehr Anwendungsbereichen werden Fachkräfte mit elektro- und informationstechnischen Qualifikationen benötigt – im Automobilbau ebenso wie in der Telemedizin, und bei der Herausforderung, die Folgen des demografischen Wandels mit altersgerechten Assistenzsystemen abzufedern, ebenso wie bei der Entwicklung intelligenter Lösungen für Smart Cities angesichts des globalen Trends zur Urbanisierung.

Und dennoch ist gegenwärtig oft die Frage zu hören, ob es überhaupt einen Fachkräftemangel gibt. Die Antwort ist eindeutig: Der Fachkräftemangel ist im Kern vor allem ein Ingenieur- und Technikermangel, insbesondere auf den innovativen Feldern der Elektro- und IT-Branche. Und daran kann es keinen Zweifel geben. Unter Elektroingenieuren herrscht auch in Zeiten der Krise quasi Vollbeschäftigung.

Der Anteil der Elektro- und Informationstechnik an der Wertschöpfung wächst in immer mehr Industriebereichen. Nach der VDE-Studie „Young Professionals“ benötigen vier von fünf Hochschulabsolventen weniger als zehn Bewerbungsschreiben bis zum Berufsstart. Und auch die gestiegenen Studienanfängerzahlen im Jahr 2011 ändern nichts grundsätzlich daran, dass bis 2020 allein der Ersatzbedarf von derzeit knapp 8.000 Elektroingenieuren um 20 Prozent steigen und die Zahl der Hochschulabsolventen nach dem G8-Effekt wieder sinken wird. Hinzu kommt, dass viele der ausländischen Absolventen, immerhin bis zu 30 Prozent aller Elektroingenieure an Universitäten, nach dem Studium wieder in ihre Heimat zurückkehren.

Viel schwieriger zu beantworten ist die Frage, warum nicht noch mehr Jugendliche den Karriereweg Elektro- und Informationstechnik einschlagen. Die Gründe reichen von mangelnder Technikaffinität im sozialen Umfeld und zu wenig MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) in der Schule über ein längst nicht mehr aktuelles Berufsimage bis hin zu harten Fakten wie etwa einer hohen Studienabbrecherquote. Das bedeutet auch, dass wir an allen Stellschrauben drehen müssen, um die Trendwende zu schaffen – von der Information und Motivation über gesellschaftliche Leitbilder bis hin zur Verbesserung der Ausbildung. Der K-Ing.-Schwerpunkt „Absolventen und Hochschule“ leistet dazu einen äußerst informativen aktuellen Beitrag, der hoffentlich viele Ingenieure, Techniker und Unternehmer erreicht.